Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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hoch auf: da war Colombau nahe daran, aufzuſtehen und ſich Carmelite zu Füßen zu werfen, um ihr ſeine Liebe zu geſtehen, nicht als das Bekenntniß einer Frende, ſondern als die Beichte eines Verbrechens.

Zwanzigmal war Carmelite ihrerſeits, jedoch ohne Gewiſſensbiſſe, zwanzigmal war Carmelite, ſicher, geliebt zu ſein, über die Schwelle ihres Zimmers mit dem feſten Entſchluſſe getreten, zu Colombau zu gehen und ihm zu ſagen:Du liebſt mich, Colombau!..Ich, ich liebe Dich auch!

Wären ſie Beide in einem dieſer Augenblicke zuſam⸗ mengetroffen, ſo würde ſicherlich das Geheimniß ihres Herzeus auf ihren Lippeu zum Ausbruche gekommen ſein.

Doch jedes machte einen Theil des Weges, und kehrte dann, durch die Scham rückwärts gezogen, wieder um.

Mit einem Worte, dem ähnlich, was man in der Geometrie die aſymptotiſchen Linien nennt, von denen wir den Titel dieſes Kapitels entlehnt haben, Linien, die ſich immer nähern, ewig ſich zur Seite gehen und, obgleich ins Unendliche verlängert, nie zuſammenlaufen, gingen ſich ihre Seelen, ganz brennend vor Liebe, ewig zur Seite, ohne je zuſammenzutreffen.

Und dennoch ſollte dieſe im Herzen verhaltene Liebe, welche jeden Tag, jede Stunde, jeden Augenblick zunahm, bald überſtrömen.

Eines Morgens, nach einer in fieberhaſter Aufre⸗ gung zugebrachten Nacht, ſah Carmelite Colomban, der ſie am Tage vorher erſt um Mitternacht verlaſſen hatte, bleicher aber lächelnder als gewöhnlich bei ſich eintreten.

Sie begriff, daß diesmal endlich der Bretagner ſeine Bedenklichkeiten überwunden hatte, daß ſein Entſchluß gefaßt war, und daß er zu ihr kam, um ihr Alles zu ſagen.

Sie ſtand freudig auf, ging ihm entgegen und zog ihn zu ſich auf das Canapé.

Doch im Rahmen der offen gebliebenen Thüre er⸗