Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn (1855)
Entstehung
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durchſchritt, und die Augen auf das Licht geheftet, das durch die Scheiben des Pavillon ſchien, wachte ſie manch⸗ mal bis zum Tage wie dieſes Licht, erſchöpfte ſich wie daſſelbe in ihrer verzehrenden Liebe, und zog ſich erſt zurück, wenn das Licht erloſchen war.

Zuweilen riß ſie dieſe fieberhafte Gluth ſogar wei⸗ ter fort. In den ſchönen Sommernächten, wo die Sterne allein die Erde beleuchten oder vielmehr die Finſterniß zu unterſcheiden erlauben, ging ſie auf den Fußſpitzen hinab, trat furchtſam in den Garten ein und erreichte ein Gebüſche, wo ſie einen Angenblick Halt machte; dann, wie die Feen, wie die Undinen, deren Schatten dem Grabe entſchlüpft, um bei der Wohnung des Mannes, den ſie in ihrem Leben geliebt, weiß und klagend umher⸗ zuirren, drehte ſich Carmelite um den Pavillon von Colombau.

Manchmal auch, bewegt durch ein ähnliches Gefühl, öffnete der junge Mann ſeine Thüre, kam, die Luft mit voller Bruſt einathmend, heraus und ſetzte ſich auf die Raſenbank, auf der er, Camille erwartend, am Tage, wo er von der Bretagne zurückkehrte, geſeſſen hatte. Hier blieb er unbeweglich, die Augen auf das Fenſter des Flurgangs geheftet, durch das ihm ohne Zweifel ſein Blick bis ins Zimmer von Carmelite zu tauchen ſchien.

Da näherte ſich Carmelite ſachte, langſam, von Baum zu Baum, ihren Athem zurückhaltend; ſie ſchaute ihn mit Flammenangen durch die Finſterniß an, und zog ſich erſt zurück, wenn er ſelbſt wieder in ſeine Woh⸗ nung ging, ohne zu wiſſen, daß die Seele von der⸗ jenigen, welche er liebte, einem Irrlichte ähnlich, ihn eine Stunde lang umſchwebt hatte.

In einer Nacht, als die Erde mit einem Schnee⸗ teppich bedeckt war, und, da ſie es nicht wagte, hinaus⸗ zugehen, aus Furcht, die Spur ihrer Tritte auf der weißen, wattirten Fläche zu hinterlaſſen, Carmelite am Fenſter ihres Flurganges ſtand, die Angen auf das Licht