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dünſtet. Eine große Krankheit iſt eine Art von Station zwiſchen dem Leben und dem Tode, eine Ruhegelegenheit, wo die Seele, ganz von der Materie losgebunden, frei über den menſchlichen Leidenſchaften ſchwebt, wie jene Roſenkreuzer, welche auf den Gipfeln der Berge wohn⸗ ten, um ſich mehr unmittelbar mit dem Geiſte Gottes zu unterhalten.
Das Zimmer des Geneſenden iſt ein Kloſter, in welchem die Metamorphoſe des alten Aeſon ſich bewerk⸗ ſtelligt hat: der alte Menſch iſt verſchwunden, der neue ſammelt ſich darin und meditirt; die Böſen werden darin gut und die Guten beſſer.
Der Geneſende, der zum Leben zurückkehrt, gleicht dem Kinde, das zur Welt kommt; Alles um ihn her iſt Heiterkeit, Licht, Friſche, Zauber; er reicht beide Hände jedem Menſchen, den er ſieht, wie einem alten Freunde; ſeine, lange Zeit in Banden gehaltene, Zärt⸗ lichkeit hat das Ungeſtüm und die Klarheit des Stro⸗ mes, der ſeinen Damm durchbricht, und kein Hemmniß vermöchte ſich ihr zu widerſetzen.
So daß vor dieſem raſchen, herrlichen Erguſſe die Verwandten, die Freunde, ſelbſt die einfachen Zuſchauer ſich zurückhalten, aus Furcht, ihn zu hemmen, und ge⸗ neigt ſind, Alles zu verſprechen, mit dem Hintergedanken jedoch, ſpäter nichts zu erfüllen.
Welches iſt denn das väterliche Herz, das dem Kinde die Klapper verweigern kann, die es begehrt, und nach der es weinend die Arme ausſtreckt?
So erhielt Camille von ſeinem Vater und der übri⸗ gen Familie in dem Augenblicke, wo die Geneſung bei ihm eintrat, das Verſprechen, nichts widerſetze ſich fortan ſeiner Heirath mit Carmelite, und das war das Thema, welches er in dem Briefe, den er an ſeine Freunde unter der Herrſchaft dieſer noch fieberhaften Wiedergeneſung ſchrieb, paraphraſirte. Von der Exaltation des Augen⸗ blicks eine neue Gluth entlehnend, war ſein Brief ein


