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Gott ſage ich die Wahrheit, Colombau ich habe Camille
nie geliebt.“
„Und dennoch....“ verſetzte der junge Mann zögernd.
„Und dennoch ſei ich beſiegt worden.. das iſt es, was Sie ſagen wollen, nicht wahr, mein Freund? Nun wohl, ja, ich bin beſiegt worden, doch nicht durch meine Schwäche; doch nicht durch die Stärke von Ca⸗ mille: ich bin beſiegt worden durch eine unbekannte Macht, welche größer als die meine; durch eine ge⸗ heimnißvolle Macht, welche größer als die ſeine; er hat keine Anſtrengung gewagt, um meinen Fall herbei⸗ zuführen, wie er Ihnen ſagte, um ſich zu entſchul⸗ digen, daß er zum Verräther an ſeinem Schwure ge⸗ worden; doch er hat kalt auf die Gelegenheit gewartet, und das iſt es, was ich ihm vorwerfe, das iſt es, was mir, nicht die Röthe der Scham, ſondern die Flamme des Zornes und der Verachtung zur Stirne ſteigen macht.“
„Oh! ſchweigen Sie, Carmelite!“ ſagte Colombau, indem er die Hand auf ſeine Augen legte, als ob ſeine geſchloſſenen Augen, weil ſie ihn verhinderten, Carmelite zu ſehen, auch ſeine Ohren verhindert hätten, ſie zn
ören. „Und,“ ſprach Carmelite, auf dem ſchlüpferigen Wege fortgeriſſen,„ſoll ich Ihnen die volle Wahrheit ſagen, Colombau?“
„Oh! nein, nein, ich will nichts mehr hören,“ rief der Bretagner.
„Warnm haben ſie mich dann gefragt?“ verſetzte ſie faſt drohend.
„Reden Sie alſo.“
„Wohl, Sie werden meinen Schmerz in ſeinem gan⸗ zen Umfange, meinen Fehler in ſeiner ganzen Tiefe ken⸗ nen, wenn Sie erfahren, daß ich in jener Nacht des Sieges von Camille nicht Camille nachgab.“


