Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn (1855)
Entstehung
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nen Flaſche aufgeſpießtes Lichtſtümpfchen an und ſuchte, ſich mit dieſem bleichen Scheine lenchtend, die arme kleine Flüchtige.

Dieſe war tappend in den entfernteſten Winkel des Speichers gelangt; hier war ſie niedergekniet und ſprach nun Alles, was ſie von Gebeten wußte.

Die Brocante rief ihr.

Aber die Kleine machte ihr mit dem Kopfe ein Zeichen der Weigerung.

Die Brocante nahm ſie bei der Hand und zog ſie nach ſich.

Die Kleine kam, jedoch mit einem offenbaren Wi⸗ derwillen.

Die Alte zog ſie an ſich, um ſie zu befragen.

Doch auf alle ihre Fragen erwiederte das Kind nur die Worte:

Nein, ſie würde mich tödten!

So konnte die Brocante weder erfahren, aus wel⸗ cher Gegend das Kind war, noch wer ſeine Eltern, noch wie es hieß, noch warum man es tödten wollte, noch warum man ihm die Wunde gemacht, die es an der Bruſt hatte.

Die Kleine beobachtete faſt ein Jahr lang eine völlige Stummheit; nur einmal rief ſie in ihrem von einem erſchrecklichen Traume bewegten Schlafe, einem gräßlichen Alp preisgegeben:

Ah! Guade! Gnade, Madame Gérard! ich habe Ihnen nichts zu Leide gethan; tödten Sie mich nicht!

Alles, was man alſo wußte, war, daß die Frau, die ſie hatte tödten wollen, Madame Gérard hieß.

Was das Kind betrifft, da man es mit irgend einem Namen rufen mußte, und da es ſo bleich war, als die Roſen, welche mitten im Winter blühen, ſo nannte es die Brocante, ohne zu vermuthen, welche poetiſche Taufe ſie ihm gab, Ro ſe⸗de⸗Noöl*).

*) Weihnachtsroſe.

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