Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn (1855)
Entstehung
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Er kam mit lächelndem Geſichte zurück, küßte ſie und ſtieg in ſein Zimmer hinab.

Es ereignete ſich daſſelbe, was ſich am Tage vor⸗ her ereignet hatte: er ging langſam und traurig auf und ab; er zählte die Stunden bis Mitternacht; ſodann, nachdem er, wie am vorhergehenden Tage, mehrere Male vor dem Schranke, wo ſein Violoncell war, ſtehen ge⸗ blieben, entſchloß er ſich, die Thüre zu öffnen, zog das Inſtrument aus ſeinem Kaſten und ſchaute es mit tiefer Melancholie an.

Das Mädchen hatte ihn, wie man ſich erinnert, in einer kindiſchen Laune veranlaßt, auf dieſes düſtere In⸗ ſtrument zu verzichten; wir haben mehrere Male geſe⸗ hen, wie er es aus ſeinem Kaſten zog, zwiſchen ſeine Kniee ſchloß, ſich in der fehlenden Melodie berauſchte, aber wir haben ihn keine einzige Note entlocken hören.

Heute kam er zu ihm zurück.

Ich bin undankbar geweſen, o mein alter Freund! o mein zärtlicher Tröſter! ſagte er.Ich habe dich während meiner Tage der Freude verlaſſen: ich finde dich in den Tagen meines Unglücks wieder!

Und er küßte das Violoncell voll Innigkeit.

O nnerſchöpfliche Quelle der Tröſtungen, fuhr er fort;Muſik! Zuflucht der weinenden Seelen; ich habe es gemacht wie der verlorene Sohn: ich habe dich eines Tags verlaſſen, thenre Familie meiner Seele! die Schmerzen haben mich in Schaaren überfallen, und ich

komme zu dir zurück mit geguetſchten Füßen und ge⸗ brochenem Herzen, und du ſtreckſt mir die Arme entgegen, harmoniſche Göttin! und du nimmſt mich auf, das Herz voll Mitleid und Liebe!

Und er zog, wie er es mit dem Inſtrumente ge⸗ macht, aus dem Schranke ſein altes Mufikbuch, legte es auf ſein Pult, öffnete es, ſetzte ſich auf das hohe Ta⸗ bouret, nahm das Violoncell und hielt den Bogen auf

die Saiten.