bin ich mich nicht meiner guten Mutter⸗ meiner armen Schweſter ſchuldig? Nein, nein, mein lieber Meiſter, mein Entſchluß ſteht feſt: ich habe gegen die Armuth gekämpft, ich werde gegen den Schmerz kämpfen... Laſſen Sie ein paar Tage meine Wunden ſich vernarben; erlauben Sie beſonders, daß ich allein bleibe; in der Einſamkeit iſt für die ergebenen Herzen eine unbekannte Religion: die Reſignation, lieber Meiſter, iſt die Stärke der Schwachen, und Sie werden mich ſtärker und geprüf⸗ ter in den Kampf des Lebens zurückkehren ſehen.“
Der alite Meiſter entfernte ſich erſtaunt, beinahe er⸗ ſchrocken über die Macht der Reſignation dieſes Men⸗ ſchen, aber völlig beruhigt über die Folgen ſeiner Ver⸗ zweiflung.
Juſtin, nachdem er Müller bis zu gleitet hatte, kehrte in ſein Zimmer zurück und ging langſam und lang mit gekreuzten Armen und geſenktem Kopfe auf und ab, wobei er von Zeit zu Zeit die Angen ur Decke emporrichtete, als hätte er vom Himmel eine Erklärung des Räthſels verlangen wollen, das man das Verhängniß nennt. Zwei⸗ oder dreimal ging er bis zur Thüre des Schrankes, wo das Violoncell in ſeinem Kaſten ſchlum⸗ merte. Doch er öffuete die Thüre nicht einmal.
An dieſem Abend war er noch zu ſchwach.
Bis Morgens um drei Uhr ging er ſo auf und ab; er hatte vom vorhergehenden Morgen an nicht weinen können.
Sein Schmerz verſteinerte ſich, ſo zu ſagen⸗ in ſei⸗ nem Buſen und erſtickte ihn. Er warf ſich auf ſein Beit: die Miüdigkeit gewann die Oberhand, und er entſchlief.
In der Nachk vorher hatte er dieſelbe Schlafloſig⸗ keit und denſelben Schlaf gehabt: nur hatte die Freude
r Hausthüre be⸗


