Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1854)
Entstehung
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nicht: ſie hätte dieſe armſelige Wohnung mit Freunden nicht gegen einen Palaſt mit Fremden vertauſcht; über⸗ dies glaubte ſie ihrer Suſanne ſo ſicher zu ſein, wie ihrer ſelbſt, und ſie ſagte ſich, in welchem Stande ſie eine Freundin hätte, und ſo gering auch dieſer Stand ſein möchte, ſie würde ſich immer erfreut und geehrt füh⸗ len, von ihr empfangen zu werden.

Die Reiſe ſchien Jedermann kurz, beſonders aber Mina, welche nicht einmal bemerkte, daß es eine Reiſe war; ihre Hand in der von Juſtin, den Kopf bald in die Ecke des Wagens zurückgelehnt, bald auf die Schul⸗ ter des jungen Mannes geſtützt, machte ſie einen von den goldenen Träumen, wie man ſie nur von fünfzehn bis achtzehn Jahren macht.

Wie groß auch die Neugierde der Einwohner der Vorſtadt war, ſie hatte nicht gegen eine ſo weit vorge⸗ rückte Stunde Stand halten können: von ſieben Uhr an war Jeder, je nach ſeiner mehr oder minder großen Be⸗ harrlichkeit, in ſein Hans zurückgekehrt, und die letzte Thüre hatte ſich hinter dem letzten Nachbar geſchloſſen, deſſen Rückzug die Straße völlig verödet ließ, wie ſie das Schließen ſeiner Thüre finſter laſſen ſollte, als man das ungewohnte Geräuſch des Rollens von einem Wagen hörte der vor der Thüre des Apothekers anhielt.

Der Apotheker, welcher noch nicht zu Bette gegangen war, weniger, um gewiſſenhaft den Auftrag von Herrn Müller zu erfüllen, als um den Pflichten ſeines Gewer⸗ bes zu gehorchen, der Apotheker, ſagen wir hatte kaum gehört, daß der Wagen anhielt als er die Thüre wieder öffnete und, ſeine Nachbarn erkennend, den Schlüſ⸗ ſel Herrn Müller mit der Bemerkung übergab, der Prie⸗ ſter, den er erwarte, habe ſich nicht gezeigt.

Welcher Prieſter? fragte das Mädchen.

Ein mir befreundeter Prieſter, antwortete Herr Müller, der vielleicht zum erſten Male, jedoch entſchul⸗ digt durch die Abſicht, log.