Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1854)
Entstehung
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uusgefüllt haben, der heute zwiſchen ſeinen Vorſtädten und ſeinen Feſtungswerken leer bleibt; dann wird Alles, was Vorſtadt iſt, Paris ſein, und neue Vorſtädte wer⸗ den ſich an allen Oeffnungen dieſer ungeheuern Ring⸗ mauer ausdehnen.

Wir haben geſehen, was das phyſiſche Paris 1827 war; ſehen wir nun, was das moraliſche war.

Karl X. regierte ſeit zwei Jahren; ſeit fünf Jahren war Herr von Villöle Präſident des Conſeil; ſeit drei Jahren war Herr Delavau auf Herrn Angles, der ſo ſchwer im Prozeſſe Maubreuil compromittirt, gefolgt.

König Karl X. war gut; er hatte ein zugleich ſchwa⸗ ches und redliches Herz und ließ um ſich die zwei Par⸗ teien wachſen, welche ihn, während ſie ihn zu befeſtigen glaubten, ſtürzen ſollten: die Ultr a⸗Partei und die Prieſter⸗Partei.

Herr von Villöle war weniger ein Staatsmann, als ein Börſenmann; er wußte die öffentlichen Fonds in Bewegung zu ſetzen, zu verrücken, umzurühren, unter einander zu mengen; das war aber Alles. Uebrigens perſönlich ein ehrlicher Mann, der ſich von den Finan⸗ zen nach fünf Jahren, ſo arm, als er eingetreten war, und nachdem ihm Milliarden durch die Hände gegangen, zurückziehen ſollte.

Herr Delavau war ohne verſönlichen Werth, ganz und gar, nicht dem König, ſondern der doppelten Par⸗ tei, welche in ſeinem Namen regierte, ergeben. Sein Perſonalchef forderte Beichtzettel von den Angeſtellten und ſelbſt von den Agenten; man konute nicht als Po⸗ lizeiſpion angenommen werden, wenn man nicht wenig⸗ ſtens in einer der dem Tage der Zulaſſung vorhergehen⸗ den zwei Wochen gebeichtet hatte.

Der Hof war traurig und wurde nur erheitert durch die Jugend, das Bedürfniß nach Zerſtreuung und die Seite des Charakters der Frau Herzogin von Berry.

Die Ariſtokratie war ängſtlich und geſpalten; ein