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„Ihr werdet es ſeyn, Sire; aber die Stunde iſt noch nicht gekommen.“
„Woher weißt Du das? Sprich! damit ich erkenne, ob ich Dir glauben ſoll.“
„Hört!“
„Ich höre.“
„Bückt Euch.“
Heinrich buckte ſich über den Körper von Karl. René beugte ſich ebenfills. Es trennte ſie nur die Breue des Bettes, und die Entfernung wurde noch durch ihre doppelte Bewegung vermindert. Zwiſchen Beiden lag, immer noch ohne Stimme und ohne Bewegung, der Leib des ſterbenden Königs.
„Hört,“ ſagte René,„durch die Königin Mutter hieher beſtellt, um Euch zu verderben, will ich lieber Euch vienen, denn ich habe Vertrauen zu Eurem Horoſcop, und wenn ich Euch diene finde ich zugleich in dem, was ich thue, das Intereſſe meines Leibes und meiner Seele.“
„Und es iſt ebenfalis die Koͤnigin, die Dir befohlen hat, mir dieſes zu ſagen?“ fragte Heinrich voll Zweifel und Bangigkeit.
„Nein,“ ſprach René,„aber vernehmt ein Geheim⸗ niß.“
Und er neigte ſich noch mehr Heinrich ahmte ihn nach, ſo daß ihre Köpfe ſich beinahe berührten.
Dieſe Unterredung zweier über den Leib eines ſter⸗ benden Königs gebeugter Männer hatte etwas ſo Düſteres, daß ſich die Haare des abergläubiſchen Florentiners auf ſeinem Haupte ſträubten indaß ein ſtarker Schweiß auf der Stirne von Heinrich perlte.
„Hört,“ fuhr René fort,„hört ein Geheimniß, das ich allein kenne, und das ich Euch enthülle, wenn Ihr mir bei dieſem erbenden ſchwört, mir den Tod Eurer Mutter zu verzeihen.“ N
„Ich habe es Euch bereits einmal verſprochen,“ ſagte Heinrich, deſſen Geſicht ſich merklich verdüſterte.


