Teil eines Werkes 
9.-10. Bdchn (1845)
Entstehung
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lich für Euer Herz wäre. Darum wähle ich nicht mei⸗

nen Bruder Franz, denn Franz könnte zu ſeinem älteren Bruder ſagen:Ihr hattet einen Thron, warum ver⸗ ließet Ihr denſelben? Nein, ich wähle einen Re⸗ genten, der die Krone in Berwahrung nehmen kann und ſie in ſeinen Händen und nicht auf feinem Kopf behält. Dieſen Regenten, begrüßt ihn, Madame, begrüßt ihn, mein Bruder; dieſer Regent iſt der König von Navarra.

Und mit einer Geberde des höchſten Befehles be⸗ grüßte er Heinrich mit der Hand.

Catharina und Alencon machten eine Bewegung, welche zwiſchen einem Nervenzittern und einem Gruße mitten inne ſtand.

Nehmt, durchlauchtiger Regent, ſprach Karl zu dem König von Navarra,hier iſt das Pergament, das Euch bis zur Rückkehr des Königs von Polen den Ober⸗ befehl über die Armeen, die Schlüſſel des Schatzes, das königliche Recht und die königliche Gewalt verleiht.

Catharina verſchlang Heinrich mit dem Blicke; Franz war ſo wankend, daß er ſich kaum aufrecht zu halten vermochte; aber die Schwäche des Einen und die Feſtigkeit der Andern zeigten ihm, ſtatt ihn zu beruhigen, die ihn ganz von Nahem bedrohende Gefahr.

Heinrich machte nichtsdeſtoweniger eine heftige An⸗ ſtrengung, und ſeine Furcht überwältigend nahm er die Rolle aus den Händen des Königs, richtete ſich in ſeiner ganzen Höhe auf und heftete auf Catharina und Franz einen Blick, mit dem er wohl ſagen wollte:

Nehmt Euch in Acht, ich bin Euer Gebieter.

Catharina begriff dieſen Bick.

Nein, nein, nie! ſagte ſie;nie ſoll mein Ge⸗ ſchlecht das Haupt unter einem fremden Geſchlechte beugen; nie ſoll ein Bourbon in Frankreich regieren, ſo lange ein Valois übrig bleibt.

Meine Mutter, meine Mutter, rief Karl 1X., ſich furchtbarer als je in ſeinem Bette mit den gerötheten Tüchern erhebend,nehmt Euch in Acht, noch bin ich