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Erwartung glühte in ſeinen Adern. Das Schlagen ſeiner Pulſe wiederhallte in ſeinem Gehirn. Wie man in einem Traume oder in einer magnetiſchen Ertaſe fieht, ſo kam es Franz vor, als ſchaute er durch die Mauern. Sein Blick ſenkte ſich in das Zimmer von Heinrich, trotz des dreifachen Hinderniſſes, das ihn von dieſem trennte.
Um den furchtbaren Gegenſtand zu entfernen, den er mit den Augen des Geiſtes zu ſehen glaubte, ſuchte der Herzog die Blicke ſeines Innern auf etwas Anderes zu lenken, als auf das furchtbare Buch, das auf dem Pulte von geſchnitztem Eichenholz offen lag. Aber ver⸗ gebens nahm er, eines nach dem andern ſeine Gewehre, einen nach dem andern ſeine Juwelen, vergebens ging er hundertmal im Zimmer auf und ab: jede Einzelnheit des Bildes, das er in dem Buche nur flüchtig geſehen hatte, ſtand vor ſeinem Geiſte. Es war ein Herr zu Pferde, der den Dienſt eines Falkeniers verrichtend das Vorloß warf, um den Falken zuruckzulocken, und im ge⸗ ſtreckten Galopp über einen Moorgrund hinritt. So ge⸗ waltig auch der Wille des Herzogs war, ſo triumphirte doch die Erinnerung über dieſen Willen.
Dann war es auch nicht allein das Buch, was er vor ſich ſah, er ſah auch den König von Navarra, wie er ſich dem Buche näherte, das Bild betrachtete, die Blätter umzuwenden ſuchte, das Hinderniß wahrnahm, das ſich dem Umwenden widerſetzte, dieſes Hinderniß, den Finger naß machend, beſiegte und die Blätter zum Umwenden zwang.
Bei dieſem, obgleich ganz der Phantaſie entſproſſe⸗ nen, Anblick wankte Alengon und mufßte ſich mit einer Hand auf einen Schrank ſtutzen, während er mit der an⸗ dern ſeine Augen bedeckte, als ob er, wenn ſie bedeckt wären, nicht noch beſſer das Schauſpiel ſehen würde, daß er fliehen wollte.
Dieſes Schauſpiel war ſein eigener Gedanke.
Plotzlich ſah Alengon Heinrich durch den Hof ſchrei⸗
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