Teil eines Werkes 
9.-10. Bdchn (1845)
Entstehung
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12 ten. Der Bearner blieb einen Augenblick bei Leuten ſtehen, welche auf zwei Maulthiere Jagdvorräthe packten, die in nichts Anderem beſtanden, als in Silber und in Reiſeefferten. Sobald ſeine Befehle gegeben waren, durchſchritt er in gerader Linie den Hof und ging ſicht⸗ bar auf die Eingangsthüre zu.

Alencon blieb unbeweglich an ſeinem Platze. Hein⸗ rich war alſo nicht die geheime Treppe heraufgeſtiegen. Alle Angſt, die er ſeit einer Viertelſtunde gefühlt, hatte er vergebens gefühlt. Wos er beendigt oder wenigſtens ſeinem Ende nahe glaubte, ſollte wieder anfangen.

Alengon öffnete die Thüre ſeines Zimmers und horchte an der des Corridor. Diesmal war keine Täu⸗ ſchung möglich, es mußte Heinrich ſeyn. Alengon er⸗ kannte ſeinen Tritt und ſogar das beſondere Geräuſch ſeiner Spornrädchen; die Thüre der Wohnung von Hein⸗ rich öffnete ſich und ſchloß ſich wieder.

Alencon kehrte in ſein Zimmer zurück und ſank auf einen Stuhl.

Zu dieſer Stunde geht es ſo bei ihm, ſagte er zu ſich ſelbſt:er hat ſein Vorzimmer, dannſein erſtes Zim⸗ mer durchſchritten und iſt in ſein Schlafzimmer gelangt. Hier wird er mit den Augen ſeine Börſe, ſein Schwert und ſeinen Dolch geſucht haben, dann hat er das Buch offen auf dem Pulte gefunden.

Was für ein Buch iſt das? wird er ſich ge⸗ fragt haben,wer hat es mir gebracht?

Dann wird er ſich ihm genähert und den Kupfer⸗ ſtich betrachtet haben, der einen ſeinen Falken zurückru⸗ fenden Reiter darſtellt. Er will es ſofort leſen und ver⸗ ſucht es, die Blätter umzuwenden.

Hier lief ein kalter Schweiß über die Stirne von Franz.

Wird er rufen? ſprach er,iſt es ein raſch wir⸗ kendes Gift? Nein, nein, denn meine Mutter ſagte mir, er müßte langſam an der Auszehrung ſterben.

Dieſer Gedanke beruhigte ihn ein wenig.