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dem Blicke alle Winkel des Zimmers durchforſcht, nach⸗ dem er die Thürvorhänge aufgehoben, nachdem ihm ein großes Geräuſch in den Höfen und ein tiefes in dem Gemache herrſchendes Stillſchweigen bewieſen hatten, daß Niemand daran dachte, ihn zu beobachten, zog er das Buch unter ſeinem Mantel hervor, legte es raſch auf den Tiſch, wo die Börſe war, und lehnte es an ein Pult von geſchnitztem Eichenholz. Dann trater ſogleich zurück, ſtreckte den Arm aus und öffnete mit einem Zögern, das ſeine Furcht verrieth, mit ſeiner behandſchuhten Rechten das Buch an einer Stelle, wo ſich ein Jagdkupferſtich befand. Als das Buch geöffnet war, machte Alencon ſogleich
einige Schritte rückwärts, zog ſeinen Handſchuh aus
und warf ihn in die noch glühende Kohle, welche kurz zuvor die Briefe verzehrt hatte. Das geſchmeidige Leder fniſterte auf den Kohlen, krümmte und breitete ſich aus, wie der Leichnam einer Schlange, und ließ bald nur noch einen ſchwarzen, zuſammengezogenen Ueberreſt zurück.
Alengon blieb, bis die Flamme den Handſchuh gänzlich verzehrt hatte. Dann rollte er den Mantel zu⸗ ſammen, in den das Buch gewickelt geweſen war, warf ihn unter ſeinen Arm und kehrte raſch in ſein Zimmer zurück. Als er mit zitterndem Herzen hier eintrat, hörte er Tritte auf der Wendeltreppe, und da er nicht daran zweifelte, Heinrich käme zurück, ſo ſchloß er eiligſt ſeine Thüre. Dann ſtürzte er nach dem Fenſter; aber man ſah von hier aus nur einen Theil des Hofes vom Loupre. Heinrich war nicht in dieſem Theile, und es beſtä⸗ tigte ſich dadurch ſeine Ueberzeugung, dieſer wäre zu⸗ rückgekehrt.
Der Herzog ſetzte ſich, öffnete ein Buch und ver⸗ ſuchte es zu leſen. Es war eine Geſchichte von Frank⸗ reich von Pharamond bis auf Heinrich 1I., für welche der König Karl ein paar Tage nach ſeiner Thronbeſtei⸗ gung ein Privilegium gegeben hatte. Aber der Geiſt des Herzogs war nicht bei der Sache. Das Fieber der
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