Teil eines Werkes 
9.-10. Bdchn (1845)
Entstehung
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Dieſe Vorſichtsmaßregel genügte Alengon nicht, denn er wickelte das Buch in ſeinen Mantel.

Eilt, eilt, ſprach Catharina,Heinrich kann jeden Augenblick wieder herauftommen.

Ihr habt Pecht, Madame, ich gehe.

Und der Herzog entfernte ſich wankend vor Angſt.

Wir haben bereits mehrere Male den Leſer in die Wohnung des Königs von Navarra eingeführt; wir ha⸗ ben ihn in demſelben luſtigen und ſchrecklichen Sitzungen beiwohnen laſſen, je nachdem der Schutzgeiſt des zukünfti⸗ gen Königs von Frankreich lächelte oder drohte. Aber nie vielleicht war in dieſem durch den Mord von Blut befleck⸗ ten, vonder Orgie mit Wein beſprengten, durch die Liebe von balſamiſchen Düften durchzogenen Mauern, nie war in dieſem Winkel des Louvre ein bleicheres Geſicht erſchienen, als das des Herzogs von Alengon, der, ſein Buch in der Hand, die Thüre des Schlafzimmers des Konigs von Navarra öffnete.

Und dennoch war Niemand, wie es der Herzog erwartete, in dieſem Zimmer, um mit neugierigem oder unruhigem Auge die Handlung zu beobachten, die er zu begehen im Begriffe war. Die erſten Strahlen des Tages erleuchteten das vollkommen leere Gemach.

An der Wand hing das Schwert bereit, das Herr von Mouy Heinrich mitzunehmen gerathen hatte. Einige Glieder eines Panzergürtels lagen auf dem Boden zer⸗ ſtreut. Eine anſtändig gefüllte Börſe und ein kleiner Dolch waren auf einem Schranke ſichtbar und leichte, noch in dem Kamin flackernde Aſche, ſo wie andere An⸗ zeichen ſagten Alengon ganz deutlich, daß der König von Navarra ein Panzerhemd angelegt, Geld von ſeinem Schatz⸗ meiſter verlangt und gefährdende Papiere verbrannt hatte.

Meine Mutter täuſchte ſich nicht, der Schurke hat mich verrathen, ſprach Alengon.

Dieſe Ueberzeugung verlieh ohne Zweifel dem jun⸗ gen Menſchen eine neue Kraft; denn nachdem er mit

Königin Margot. Ml. 2