Teil eines Werkes 
9.-10. Bdchn (1845)
Entstehung
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8 Euch, wie Ihr mir ſagt, darum gebeten hat, um ſich in der Wiſſenſchaft der Beize zu unterrichten. Da Ihr heute mit dem König auf die Falkenjagd reitet, ſo wird er nicht verfehlen, ein paar Seiten zu leſen, um Seiner Majeſtät zu beweiſen, daß er ihren Rath befolgt und Lectivnen nimmt. Das Ganze beſteht nur darin, daß Ihr es ihm ſelbſt übergebt.

Oh, ich werde nicht den Muth dazu haben, ver⸗ ſetzte Alencon bebend.

Warum? ſprach Catharina,es iſt ein Buch, wie jedes andere, ausgenommen, daß die Blätter, weil es ſo lange eingeſchloſſen war, an einander kleben. Ver⸗ ſucht es alſo nicht, darin zu leſen, denn man kann es nur thun, wenn man den Finger naß macht und die Seiten Blatt für Blatt umſchlägt, was viel Zeit weg⸗ nimmt und viel Mühe verurſacht.

So daß nur ein Menſch, welcher ein großes Ver⸗ langen hat, ſich zu unterrichten, ſich dieſe Zeit und dieſe Mühe nehmen kann?

Ganz richtig, mein Sohn, Ihr begreift.

Oh! ſagte Alengon,ſeht Henriot iſt bereits im Hofe. Gebt, Madame, gebt, ich will ſeine Abweſenheit benützen, um das Buch zu ihm zu tragen. Bei ſeiner Rückkehr wird er es ſinden.

Es wäre mir lieber, wenn Ihr es ihm ſelbſt ge⸗ ben würdet, Franz; es kommt mir ſicherer vor.

Ich habe Euch bereits geſagt, daß ich nicht den Muth dazu hätte, Madame.

Geht doch; aber legt es wenigſtens an einen Ort, wo es ſehr in die Augen fällt.

Ich werde es an die ſichtbarſte Stelle und ganz offen legen. Iſt es ungeeignet, wenn es offen liegt?

Nein.

Alengon nahm mit zitternder Hand das Buch, das Catharina mit feſter Hand gegen ihn ausſtreckte.

Nehmt, nehmt, es iſt keine Gefahr dabei, da ich es beruhre. Ueberdieß habt Ihr Handſchuhe.

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