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„Beſonders Eurem Bruder Karl,“ ſprach Catharina, „während der König, wenn Heinrich ſtirbt, nachdem er ihn verrathen hat, dieſen Tod als eine Strafe des Him⸗ mels betrachten wird.“
„Ihr habt Recht, meine Mutter,“ ſagte Heinrich voll Bewunderung.„Wißt Ihr aber auch gewiß, daß er es thun wird.“
„Alle ſeine Maßregeln ſind getroffen. Der Zuſam⸗ menkunftsort iſt der Wald von Saint⸗Germain. Fünfzig Hugenotten ſollen ihm als Geleite bis Fontainebleau die⸗ nen, wo fünfhundert andere ſeiner harren.“
„Und meine Schweſter,“ ſprach Alencon mit leich⸗ tem Zögern und ſichtbaerm Erbleichen,„meine Schweſter Margot geht mit ihm?“
„Ja,“ antwortete Catharita,„das iſt abgemacht. Iſt aber Heinrich todt, ſo kehrt Margot als Witiwe und frei an den Hof zurück.“
„Und Heinrich wird ſterben, Madame, Ihr ſeyd deſſen gewiß 2..
„Der Arzt, der mir das Buch gegeben hat, behaup⸗ tete es wenigſtens.“
„Wo iſt das Buch, Madame?“
Catharina kehrte mit langſamen Schritten in das ge⸗ heimnißvolle Cabinet zurück und kam einen Augenblick nachher mit dem Buche in der Hand wieder heraus.
„Hier iſt es,“ ſprach ſie.
Alencon ſchaute das Buch, das ihm ſeine Mutter reichte, mit einem gewiſſen Schrecken an.
„Was für ein Buch iſt dies, Madame?“ fragte der Herzog zitternd.
„Ich habe es Euch bereits geſagt, mein Sohn, es iſt eine Abhandlung, um Falken aufziehen und dreſſiren zu lernen, durch einen ſehr gelehrten Mann für den Herrn Caſtruceio Caſtracani, den Tyrannen vyn Lucca, ab⸗ gefaßt.“
„Und was ſoll ich damit machen?“
„Tragt es zu Euerem guten Freunde Heinrich, der


