Teil eines Werkes 
9.-10. Bdchn (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Ja, ſagte Catharina von Medicis,ja, ich habe einige alte Pergamente verbrannt, und dieſe ſtrömten einen ſo ſtinkenden Geruch aus, daß ich Wachholder auf die Gluth warf.

Alencon verbeugte ſich.

Nun, ſagte Catharina, in den langen Aermeln ihres Schlafrockes ihre Hände verbergend, welche mit leichten rötlich gelben Flecken beſprengt waren,was habt Ihr Neues ſeit geſtern?

Nichts, meine Mutter.

Habt Ihr Heinrich geſehen?

Ja.*

Weigert er ſich immer noch, abzureiſen?

Durchaus.

Der Schelm!

Was ſagt Ihr, Madame?

Ich ſage, daß er reiſt.

Ihr glaubt?

Ich bin deſſen ſicher. 6

Dann entgeht er uns.

Ja, ſprach Catharina.

Und Ihr laßt ihn abziehen?

Ich laſſe ihn nicht nur ziehen, ſondern ich ſage Euch noch mehr: er muß ziehen.

Ich begreife Euch nicht, meine Mutter.

Hört wohl was ich Euch ſagen werde, Franz. Ein ſehr geſchickter Arzt, derſelbe, der mir das Jagdbuch ge⸗ geliehen hat, das Ihr ihm bringen werdet, gab mir die Verſicherung, der König von Navarra wäre auf dem Punkte, von einer auszehrenden Krankheit befallen zu werden, von einer von den Krankheiten, für welche die Wiſſenſchaft kein Mittel kennt. Ihr begreift aber, daß es, ſoll er einmal an einem ſo grauſamen Uebel ſterben,

beſſer iſt, wenn er ferne von uns, als wenn er hier am Hofe unter unſern Augen ſtirbt. 3. In der That, das würde uns zu viel Schmerz bereiten.