I. Das Jagdbuch.
Es waren fünf Tage ſeit den von uns erzählten Er⸗ eigniſſen abgelaufen. So eben hatte es vier Uhr geſchla⸗ gen; doch bereits war im Louvre Alles wach, wie dies gewöhnlich an Jagdtagen geſchah, als ſich der Herzog von Alencon, einer ihm zugekommenen Einladung zufolge, zu der Königin Mutter begab.
Die Königin Mutter war nicht in ihrem Schlafge⸗ mach, aber ſie hatte Befehl gegeben, ihren Sohn warten zu laſſen, wenn er käme.
Nach einigen Minuten trat ſie aus einem geheimen Cabinet, in das außer ihr Niemand kam. Sie pflegte ſich in vaſſelbe zurückzuziehen, um ihre chemiſchen Opera⸗ tionen vorzunehmen.
Zugleich mit der Königin Mutter kam, ſei es durch die halb geöffnete Thüre oder an ihren Kleidern
hängend, der durchdringende Geruch eines ſcharfen Parfum,
und durch die Oeffnung dieſer Thüre gewahrte Alencon einen dicken Dampf, dem eines verbrannten Gewürzes ähnlich, welcher in einer weißen Wolke in dem Laborato⸗ rium aumherſchwamm. das die Königin verließ.
Der Herzog konnte ſich eines neugierigen Blickes nicht erwehren.


