294 im Louvre, die mich befürchten ließ, ich wäre bei Euerer Majeſtät in Ungnade gefallen.“
„Wohl,“ verſetzte Catharina,„aber was ſagte der König von Navarra zu dieſem Plane?“
„Der König, Madame, unterwarf ſich dem Wunſche ſeiner Brüder, und ſeine Verzichtleiſtung lag bereit.“ „In dirſem Falle müßt Ihr ſeine Verzichtleiſtung haben,“ rief Catharina.
„In der That, Madame, ich habe ſie zufällig bei mir, von ihm unterzeichnet und datirt.“
„Von einem früheren Datum als die Scene im Louvre?“ ſprach Catharina.
„Ja, vom Tage vorher, wie ich glaube.“
Und hiebei zog Herr von Mouh aus ſeiner Taſche eine Verzichtleiſtung zu Gunſten des Herzogs von Alengon, von Heinrich geſchrieben, von ſeiner Hand unterzeichnet und mit dem genannten Datum verſehen.
„Meiner Treue, ja,“ ſagte Karl,„und Alles in
beſter Ordnung.“
„Und was verlangte Heinrich für dieſe Verzicht⸗ leiſtung?“
„Nichts, Madame;z die Freundſchaft von König Karl, ſagte er uns, würde ihn reichlich für den Verluſt einer Krone entſchädigen.“
Catharina biß ſich vor Zorn in die Lippen und verdrehte ihre ſchönen Hände.
„Das iſt vollkommen genau, Herr von Mouy,“ ſprach der König.
„Doch wenn Alles unter Euch mit dem König von Navarra abgemacht war,“ fragte die Königin Mutter, „zu welchem Ende die Zuſammenkunft, die Ihr an die⸗ ſem Abend mit ihm hattet?“*
„Ich, Madame, mit dem König von Navarra?“ ſprach Herr von Mouy.„Derjenige, welcher mich ver⸗ haftet hat, wird beglaubigen, daß ich allein war; Eure Majeſtät mag ihn rufen.“
„Herr von Nancey!“ rief der König.
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