Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn (1845)
Entstehung
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eine Stunde mit rinander plaudern. Sie haben ſich tau⸗ ſend Dinge zu ſagen, die unſerem Eeſpräch in die Quere kommen würden. Es iſt zwar hart für uns, aber das einzige Mittel, Herrn Annibal ſeine volle Geſundheit wieder zu geben. Thut mir alſo den Gefallen, meine Königin, da ich einmal ſo albern bin, dieſen abſcheulichen Kopf zu lieben, wie ſein Freund La Mole ſagt.

Margarethe flüſterte La Mole, der, ſo ſehr er ſich auch ſehnte, ſeinen Freund wiederzuſehen, doch gerne die Zärtlichkeit von Coconnas etwas minder anſpruchsvoll gefunden hätte, einige Worte in das Ohr.

Während dieſer Zeit ſuchte Coconnas durch alle mög⸗ liche Betheurungen ein ungezwungenes Lächeln und ein ſanftes Wort auf die Lippen von Henriette zu bringen, ein Reſultat, zu welchem er leicht gelangte.

Die zwei Frauen begaben ſich nun in das Neben⸗ zimmer, wo das Abendbrod ihrer harrte.

Das Erſte, worüber Coconnas ſeinen Freund im Einzelnen fragte, war der unſelige Abend, der ihm bei⸗ nahe das Leben gekoſtet hätte. Während La Mole in ſeiner Erzählung vorrückte, bebte der Piemonteſe, der doch bekanntlich in dieſem Punkte nicht leicht zu erſchüttern war, an allen Gliedern.

Und warum haſt Du Dich, ſagte er,ſtatt in das Weite zu laufen, wie Du es gethan, und mir ſo große Unruhe zu bereiten, nicht zu unſerem Herrn geflüchtet? Der Herzog, der Dich vertheidigt hatte, würde Dich auch Lerborgen haben. Ich hätte bei Dir gelebt, und meine Traurigkeit würde, wenn auch geheuchelt, nichtsdeſtowe⸗ niger die einfältigen Burſche bei Hofe getäuſcht haben.

Zu unſerem Herrn? ſprach La Mole leiſe,zu dem Herzog von Alencon?

Ja, nachdem, was er mir ſagte, mußte ich glauben,

Du hätteſt ihm das Leben zu verdanken.

Ich verdanke das Lehen dem König von Navarra, erwiederte La Mole.

Königin Margot. II. 17