voll unendlicher Zärtlichkeit auf Margarethe bei,„gewiß ich bin nicht Schuld, daß ich Euch nicht früher ſah.“
„Du ſiehſt, Henriette,“ ſprach Margarethe,„daß ich Dir Wort gehalten habe. Hier iſt er!“
„Ich habe alſo einzig und allein den Bitten der Frau Herzogin dieſes Glück zu danken?“ ſagte La Mole⸗
„Einzig und allein ihren Bitten,“ antwortete Mar⸗ garethe.
Dann ſich gegen La Mole umwendend, fuhr ſie fort:
„La Mole, ich erlaube Euch, kein Wort von dem zu glauben, was ich ſage.“
Coconnas, der ſeinen Freund zehnmal an das Herz gedrückt, zehnmal ſich im Ringe um ihn gedreht hatte, der einen Leuchter an ſein Geſicht gehalten hatte, um ihn nach Wohlgefallen zu betrachten, kniete nun vor Margarethe nieder und küßte den Saum ihres Kleides.
„Oh! das iſt ein Glück,“ ſprach die Herzogin von Nevers,„Ihr werdet mich nun erträglich finden.“
„Mordi! ich werde Euch finden, wie immer: anbetungswürdig; nur werde ich es Euch von beſſerem Herzen ſagen. Hätte ich nur etliche dreißig Polen, Sarma⸗ ten und andere nordländiſche Barbaren hier, um ſie zu dem Geſtändniſſe zu zwingen, daß Ihr die Königin der Schönen ſeyd.“
„Ei, ſachte, ſachte, Coconnas,“ ſprach La Mole,„was iſt denn Frau Margarethe?“
„Oh, ich widerrufe nicht,“ antwortete Coconnas mit einem halb ernſten, halb komiſchen Tone, der nur ihm eigenthümlich war;„Frau Henriette iſt die Königin der Schönen, und Frau Margarethe iſt die Schöne unter den Königinnen.“
Was aber auch der Piemonteſe ſagen oder thun mochte, er war nur von dem Glücke erfüllt, ſeinen lieben La Mole wieder gefunden zu haben, er hatte nur Augen für ihn.
„Kommt, meine ſchöne Königin,“ ſprach Frau von
Nevers,„kommt, und laſſen wir dieſe vollkommenen Freunde


