Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn (1845)
Entstehung
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Zur Schande der Menſchheit muß man geſtehen, daß Frau von Nevers nur mit großer Ungeduld dieſe Nebenbuhlerſchaft ven La Mole ertrug, nicht als ob ſie dem Provencalen abhold geweſen wäre, im Gegentheil, hingeriſſen durch den unwiderſtehlichen Inſtinft, der jede Frau unwillkührlich antreibt, gegen den Liebhaber einer andern Frau, beſonders wenn dieſe ihre Feundin iſt, ſich auf eine gefallſüchtige Weiſe zu benehmen, hatte ſie La Mole durchaus nicht mit den Blitzen ihrer Smaragdaugen verſchont, und Coconnas hätte die Hände⸗ drücke und den Aufwand an Liebenswürdiakeit der Her⸗ zogin zu Gunſten ſeines Freundes während der Tage der Laune beneiden können, an welchen das Geſtirn des Piemonteſen an dem Himmel ſeiner ſchönen Geliebten zu erbleichen ſchien. Aber Coconnas, der fünfzehn Perſonen

wegen eines einzigen Blickes ſeiner Dame erwürgt hätte,

war ſo weniß eiferſüchtig auf La Mole, daß er ihm häufig in Folge ſolcher Launenhaſtigkeiten der Herzogin gewiſſe vertrauliche Mittheilungen in das Ohr flüſterte, wor⸗ über der Provencale erröthet war.

Hiedurch erfolgte- daß Henriette, welche die Ab⸗ weſenheit von La Mole aller Vortheile beraubte, die ihr die Geſellſchaft von Coconnas verſchafft hatte, näm⸗ lich ſeiner unverſtegbaren Heiterkeit und ſeiner nicht zu ſättigenden Vergnügungsſucht, eines Tags Margarethe auſſuchte, um ſie zu bitten, ihr den Unerläßlichen zu⸗ rückzugeben, ohne welchen der Geiſt und das Herz von Coconnas von Tag zu Tag immer mehr verdunſteten.

Stets mitleidig und überdieß beſtürmt durch die Bitten von La Mole und angetrieben durch die Wünſche ihres eigenen Herzens gab Margarethe ihrer Freundin Henriette für den zweiten Tag Rendezvous in dem Hauſe mit den zwei Thüren, um dort dieſe Stoffe in