Teil eines Werkes 
5.-8. Bdchn (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

246 7 Margarethe fuhr fort: Adeo dolemur a te dividi, ut tecum proßcisei,

maluissemus, sed idem fatum, duo nunc sine ulla mora Lutetia cedere juberis, hac in urba detinet..

Proſiciscere ergo, frater; proliciscere, amice; pro- Rciscere sine nobis; proficiscentem sequuntur spes et desideria nostra.*)“

Man kann ſich leicht denken, daß Herr von Mouy mit tiefer Aufmerkſamkeit dieſe Worte hörte, die, an die Gefandten gerichtet, für ihn allein ausgeſprochen wurden. Wohl hatte Heinrich bereits zwei oder drei Mal den Kopf verneinend auf den Schultern hin und her gedreht, um dem jungen Hugenotten begreiflich zu machen, Alencon habe ſich geweigert, aber dieſe Ge⸗ berde, welche eine Witkung des Zufalls ſeyn könnte, wäre Mouy ungenügend erſchienen, wenn die Weorte von Margarethe dieſelbe nicht beſtätigt hätten⸗ Wäh⸗ rend er aber Margarethe anſchaute und mit ganzer Seele auf ihre Worte horchte, trafen ſeine ſchwarzen, unter den grauen Brauen ſcharf glänzenden Angen Ca⸗ tharina, welche, wie von einem elektriſchen Schlage be⸗ rührt, bebte und ihren Blick nicht mehr von dieſer Seite des Saales abwandte.

„Das iſt ein ſeltſames Geſicht,“ murmelte ſie, indeß ſie ihr Geſicht beſtändig nach den Geſetzen des Ceremoniels gerichtet hielt.„Wer iſt dieſer Menſch, der Margarethe ſo aufmerkſam anſchaut und von Marga⸗ rethe und Heinrich ebenfalls aufmerkſam angeſchaut wird?“

fort, worin ſie von dieſem Augenblicke an die Artig⸗ keiten des polniſchen Geſandten erwiederte, während ſich

* Wir find troſtlos, von Euch getrennt zu werden, während wir mit Euch zu reiſen vorgezogen hätten, aber daſſelbe Geſchick, welches heiſcht, daß Ihr Paris ohne Verzug verlaßt, feſſelt uns

an dieſe Stadt. Reiſet alſo, Bruder; reiſet Freund; reilet ohne

uns. Unſere Hoffnung und unſere Wünſche werden Euch folgen.

„ 6 Die Königin von Navarra ſetzte indeſſen ihre Rede

—