3 247 Catharina den Kopf darüber zerbrach, wer der ſchöne Greis ſeyn könnte, als ſich ihr der Ceremonienmeiſter von hinten näherte und ihr ein parfumirtes Säckchen
von Atlaß übergab, das ein viereckig zuſammengelegtes
Papier enthielt. Sie öffnete das Säckchen, zog das Papier heraus und las folgende Worte:
„Maurevel hat mit Hülfe eines herzſtärkenden Mit⸗ tels, das ich ihm gegeben, etwas Kraft erlangt und wurde dadurch in den Stand geſetzt, den Namen des Mannes zu ſchreiben, welcher ſich in dem Zimmer des Königs von Navarra befunden hat. Dieſer Mann iſt Herr von Mouy.“
„Von Mouy!“ dachte die Königin,„wohl, ich hatte es geahnet. Aber dieſer Greis... Ei! Cospetto! dieſer Greis iſt..
Catharina verharrte das Auge ſtarr, den Mund geöffnet.
Dann ſich an das Ohr des Kapitäns der Garden neigend, der an ihrer Seite ſtand, ſagte ſie:
„Schaut, doch als ob es nur zufällig geſchehen würde, nach dem Herrn Lasco, welcher in dieſem Augen⸗ blick ſpricht. Seht Ihr hinter ihm einen Greis mit weißem Barte, in einem ſchwarzen Sammetkleid?“
„Ja, Madame.“
„Gut. Verliert ihn nicht aus dem Blicke.“
„Ihr meint denjenigen, welchem der König von Navarra ein Zeichen macht?“
„Allerdings. Stellt Euch mit zehn Mann an die Pforte des Louvre und ladet ihn, wenn er hinausgeht, von Seiten des Königs zum Mittagsmahle ein. Folgt er Euch, ſo führt ihn in ein Zimmer und haltet ihn darin gefangen. Weigert er ſich, ſo bemächtigt Euch ſeiner todt oder lebendig. Geht, geht.“
Nur ſehr wenig mit der Rede von Margarethe be⸗ ſchäftigt, hatte Heinrich glücklicher Weiſe ſeinen Blick auf Catharina geheftet und keinen Ausdruck ihres Ge⸗ ſichtes verloren. Als er die Augen der Königin Mutter


