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„Ich weiß es nicht.“
Durch den wunderbaren Inſtinkt, der ihn wie ein ſechster Sinn während des ganzen erſten Theiles ſeines Lebens mitten unter den Gefahren, von denen er um⸗ geben war, leitete, aufmerkſam gemacht, daß in die⸗ ſem Augenblick etwas Sonderbares vorging, was einem innern Kampfe des Parfumeur glich, wandte ſich Hein⸗ rich gegen dieſen um und ſagte zu ihm, immer noch im Schatten verweilend, während das Geſicht des Flo⸗ rentiners völlig im Lichte war:
„Ihr zu dieſer Stunde hier, Rens?“
„Sollte ich ſo unglücklich ſein, Eure Majeſtät zu beläſtigen?“ erwiederte der Parfumeur und machte einen Schritt rückwärts.
„Nein; ich wünſche nur Eines zu wiſſen.“
„Was, Sire?“
„Hofftet Ihr mich hier zu treffen?“
„Ich wußte es gewiß.“
„Ihr ſuchtet mich alſo?“
„Ich bin wenigſtens glücklich, Euch zu finden.“
„Ihr habt mir etwas zu ſagen?“
„Vielleicht, Sire,“ antwortete René.
Charlotte erröthete, denn ſie hatte bange, dieſe Offenbarung, welche der Parfumeur machen zu wollen ſchien, könnte ſich auf ihr früheres Benehmen gegen Heinrich beziehen. Sie ſtellte ſich daher, als ob ſie nichts gehört hätte, und rief, das Geſpräch unterbre⸗ chend und die Opiatkapſel öffnend:
„Ah, in der That, René, Ihr ſeid ein vortreffli⸗ cher Mann; dieſer Teig hat eine wundervolle Farbe, und um Euch Ehre zu machen, will ich in Eurer Ge⸗ genwart Euer neues Produkt verſuchen.“
Und ſie nahm die Kapſel mit einer Hand, wäh⸗ rend ſie mit der Fingerſpitze der andern über den roſi⸗ gen Teig hinſtrich, der von dem Finger an ihre Lip⸗ pen übergehen ſollte.
René bebte.


