Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1845)
Entstehung
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nicht anvertrauen, aus Furcht, Euch zu gefährden... denn die Freundſchaft der Königin iſt veränderlich, es iſt die einer Schwiegermutter.

Dies entſprach nicht den Wünſchen von Charlotte. Es kam ihr vor, als ob der Schleier, der ſich zwiſchen ihr und ihrem Geliebten verdichtete, ſo oft ſie die Ab⸗ gründe dieſes Herzens ohne Boden ſondiren wollte, dte Feſtigkeit einer Mauer annehmen und ſie von einander trennen würde. Charlotte fühlte bei dieſer Antwort Thränen in ihren Augen, und da es in demſelben Monmente zehn Uhr ſchlug, ſo ſagte ſie:

Sire, es iſt die Stunde, mich zu Bette zu legen. Mein Dienſt ruft mich morgen ſehr früh zur Königin Mutter.

Ihr treibt mich alſo dieſen Abend fort, meine Ge⸗ liebte? verſetzte Heinrich.

Heinrich, ich bin traurig, und da ich traurig bin⸗ ſo würdet Ihr mich widrig ſinden, und die Widrige würdei Ihr nicht mehr lieben. Ihr ſeht alſo, daß es beſſer iſt, wenn Ihr Euch entfernt.

Es ſei, ſprach Heinrich,ich gehe, wenn Ihr es verlangt, Charlotte; aber Ventre⸗ſaint⸗gris! Ihr bewilligt mir wohl die Gunſt, Eurer Toilette beizu⸗ wohnen?

Aber, Sire, laßt Ihr nicht die Königin Marga⸗ rethe warten, wenn Ihr derſelben beiwohnt?

Charlotte, erwiederte Heinrich mit ernſtem Tone, es war unter uns ausgemacht, nie von der Königin von Navarra zu ſprechen, und dieſen Abend ſcheint es mir, haben wir nur von ihr geſprochen.

Frau von Sauve ſeufzte und ſetzte ſich vor ihre Toilette. Heinrich nahm einen Stuhl, zog ihn bis zu dem, welcher ſeiner Geliebten als Sitz diente, legte ein Knie darüber und ſagte, ſich auf die Lehne ſtützend:

Vorwärts, meine gute kleine Charlotte, daß ich ſehe, wie Ihr Euch ſchön macht, ſchön für mich, was Ihr auch ſagen möget. Mein Gott, wie viele Dinge,