Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1845)
Entstehung
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Die Königin Margarethe? ſie iſt das Band, welches uns Alle einigt.

Aber Ihr ſagtet mir, Heinrich, die Königin von Navarra wäre zur Vergeltung des Opfers, das ich ihr gebracht habe, edelmüthig gegen mich geweſen. Wenn Ihr wahr geſprochen, wenn dieſer Edelmuth, wo⸗ für ich ihr eine ſo große Dankbarkeit gelobt habe, wirklich vorhanden iſt, ſo bildet ſie nur ein leicht zu bre⸗ chendes Band der Convention. Ihr könnt alſo nicht auf dieſe Stütze bauen, denn mit Eurer angeblichen Innigkeit habt Ihr auf Niemand einen großen Eindruck hervorgebracht.

Ich baue doch darauf, und es iſt ſeit drei Mo⸗

naten das Kopfkiſſen, auf welchem ich ſchlafe. Dann habt Ihr mich getäuſcht, rief Frau von Sauve,dann iſt Frau Margarethe wirklich Eure Gattin.

Heinrich lächelte. 3

Hört, Heinrich, ſprach Frau von Sauve,das iſt jenes Lächeln, welches mich in Verzweiflung bringt, ein Lächeln, wobei mich, obgleich Ihr König ſeid, zu⸗ weilen eine grauſame Luſt erfaßt, Euch die Augen auszureißen.

Dann gelingt es mir doch, ſprach Heinrich,

dieſer vorgeblichen Innigkeit Eindruck zu machen, da es Augenblicke gibt, wo Ihr mir, mag ich immerhin König ſein, mir die Augen ausreißen wollt, weil Ihr glaubt, ſie beſtehe.

Heinrich, Heinrich! rief Frau von Sauve,ich glaube, Gott ſelbſt weiß nicht, was Ihr denkt.

Ich denke, mein Liebchen, ſprach Heinrich,Ca⸗

tharina ſagte Euch zuerſt, Ihr ſolltet mich lieben, dann

ſagte es Euch Euer Herz; und wenn dieſe zwei Stimmen zu Euch ſprechen, ſo hört Ihr nur mehr auf die Eures Herzens. Nun liebe ich Euch auch, und zwar von ganzer Seele, gerade deshalb aber würde ich Euch, wenn ich Geheimniſſe hätte, dieſelben