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Mebicis den Baron von Sauve ohne ſeine Gemahlin erſcheinen ſah, fragte ſie nach den Urſachen, welche ihré vielgeliebte Charlotte entfernt bielten, und da ſie er⸗ fuhr, es wäre nur eine leichte Unpäßlichkeit, ſchrieb ſie ihr ein päar Worte, denen die junge Frau zu gehorchen ſich beeilte. Anfangs ganz betrübt über ihre Abweſen⸗ heit, athmete Heinrich indeſſen doch freier, als er Herrn von Sauve allein eintreten ſah. In dem Augenblick aber, wo er, keineswegs dieſer Erſcheinung gewärtig, ſeufzend ſich dem liebenswürdigen Geſchöpfe zu nähern im Begriffe war, das er, wenn nicht zu lieben, doch wenigſtens als Gemahlin zu behandeln verdammt ſein ſollte, ſah er am Ende der Gallerie Frau von Sauve auftauchen. Nun blieb er an ſeinen Platz genagelt, die Augen ſtarr nach der Circe gerichtet, die ihn mit einem magiſchen Bande an ſich feſſelte, und ftatt ſeinen Gang zu ſeiner Gemahlin fortzuſetzen, ſchritt er mit einem Zögern; das mehr dem Staunen als der Furcht zuzu⸗ ſchreiben war, auf Frau von Sauve zu.
Die Höflinge, als ſie ſahen, daß der König von Navarra, deſſen entzündbares Herz man bereits kannte, ſich der ſchönen Charlotte näherte, hatten nicht den Muth, ſich ihrem Zuſammenkommen zu wiverſetzen, und entfernten ſich gefällig, ſo daß in demſelben Augenblicke, wo Margarethe von Valvis und Herr von Guiſe vie von uns erwähnten lateiniſchen Worte wechſelten, Heinrich, bei Frau von Sauve angelangt, mit dieſer in ſehr verſtändlichem, obwohl mit gascogniſchem Accente beſtreutem, Franzöſiſch ein minder geheimmßvolles Ge⸗ ſpräch anknüpfte.
Ah, mein Herz,“ ſagte er zu ihr,„Ihr kommt in dem Augenblick, wo man mir mittheilte, Ihr wäret krank, wo ich jede Hoffnung verlor, Euch zu ſehen.“
„Sollte mich Eure Majeſtät glauben machen wollen,“ antwortete Frau von Saupe,„der Verluſt dieſer Hoffnung hätte ſie viel gekoſtet?⸗
„Gottes Blut, ich glaube wohl,“ verſetzte der


