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Hofes, wo Catharina von Medicis, um ihre Sirenen daraus zu machen, die ſchönſten Frauen verſammelt hatte, welche man finden konnte. Sie hatte ſchwarze Haare, einen glänzenden Teint, ein wollüſtiges, von langen Wimpern verſchleiertes Auge, einen friſchrothen, feinen Mund, einen zierlichen Hals, eine reiche, ge⸗ ſchmeidige Taille und einen in dem Atlasſchuh ſich verlierenden Kinderfuß. Die Franzoſen, welche ſie be⸗ ſaßen, waren ſtolz darauf, auf ihrem Boden eine ſo herrliche Blume blühen zu ſehen, und die Fremden, welche nach Frankreich kamen, kehrten verblendet von ihrer Schönheit, wenn fie dieſelbe nur geſehen hatten, im höchſten Maße erſtaunt über ihr Wiſſen, wenn ſie mit ihr geſprochen hatten, zurück. Margaretha war nicht nur die ſchönſte, ſondern auch die gebildetſte und gelehrteſte Frau ihrer Zeit, und man führt das Wort eines gelehrten Italieners an, der ihr vorgeſtellt wurde und nachdem er eine Stuhde lang in italieniſcher, ſpa⸗ niſcher und lateiniſcher Sprache mit ihr geplauderi⸗ hatte, als er ſie verließ, in ſeiner Begeiſterung von ihr ſagte: den Hof ſehen, ohne Margarethe zu ſehen, heißt weder Frankreich noch den Hof ſehen.
Es fehlte nicht an Reden für Karl IX. und die Königin zu Navarra. Man weiß, in welchem Maße die Hugenotten Redner waren. Viele Anſpielungen auf die Vergangenheit, viele Fragen in Beziehung auf die Zukunft wurden mitten unter dieſen Reden an den König gerichtet; aber auf alle dieſe Anſpielungen ant⸗ wortete er mit ſeinen bleichen Lippen und ſeinem ver⸗ ſchmitzten Lächeln:
„Indem ich meine Schweſter Margot Heinrich von Navarra gebe, gebe ich ſie allen Proteſtanten des Kö⸗ nigreiches.“
Dieſes Wort beruhigte die Einen und machte die Andern lächeln; denn es war wirklich doppelfinnig. Der eine Sinn war väterlich und Karl IX. wollte mit gutem Gewiſſen ſeinen Geiſt nicht damit beläſtigen;


