Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1845)
Entstehung
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undzwanzig Jahren beinahe den ſeines Vaters, des großen Franz von Guiſe, erreicht. Es war ein ſchmucker Herr von hohem Wuchſe, mit ſtolzem Blicke, und begabt mit jener natürlichen Majeſtät, welche die Leute ſagen machte, wenn er vorüberging, neben ihm erſchienen die übrigen Prinzen wie Pöbel. So jung er auch war, ſo ſahen doch die Katholiken in ihm das Haupt ihrer Partei, wie die Hugenotten das Haupt der ihrigen in dem jungen Heinrich von Navarra er⸗ blickten, deſſen Porträt wir ſo eben entworfen haben. Anfangs führte er den Titel eines Prinzen von Join⸗ ville, und er verrichtete ſeine erſte Waffenthat bei der Belagerung von Orleans unter ſeinem Vater, der in ſeinen Armen ſtarb und ihm den Admiral Coligny als ſeinen Mörder bezeichnete. Da leiſtete der junge Herzog, wie Hannibal, einen feierlichen Eid, die Ermordung ſeines Vaters an dem Admiral und ſeiner Familie zu rächen und ſeine Religionsangehörigen zu verfolgen, wobei er Gott gelobte, ihr Würgengel auß Erden zu ſein bis zu dem Tage, wo der letzte Ketzer ausgerottet wäre. Nicht ohne ein tiefes Erſtaunen ſah man dieſen ſeinem Worte gewöhnlich ſo treuen Prinzen denjenigen, welche er für ſeine ewige Feinde zu halten geſchworen hatte, die Hand reichen und ver⸗ traulich mit dem Schwiegerſohne des Mannes ſpre⸗ deſſen Tod er ſeinem ſterbenden Vater gelobt atte.

Aber wie geſagt, dieſer Tag war ein Tag der Verwunderung. Mit der Kenntniß der Zukunft, welche leider den Menſchen fehlt, mit der Fähigkeit, in den Herzen zu leſen, die zum Glücke nur Gott gehört, hätte der bevorzugte Beobachter, der dieſem Feſte bei⸗ zuwohnen im Stande geweſen wäre, gewiß eines der ſeltſamſten Schauſpiele genoſſen, welche die Jahrbücher der traurigen menſchlichen Komödie liefern. Aber die⸗ ſer Beobachter, welcher auf der innern Gallerie des Louvre nicht zu finden war, fuhr auf der Straße fort,