Teil eines Werkes 
1.-4. Bdchn (1845)
Entstehung
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bon hatte wirklich am Morgen die zwei Verlobten mit dem bei den Hochzeiten der Töchter von Frankreich üblichen Ceremoniell auf einem an der Pforte von Notre⸗Dame aufgeſchlagenen Schaugerüſte vermählt. Jevermann ſtaunte über dieſe Heirath, welche ei⸗ nigen klarer Sehenden viel Stoff zum Nachdenken gab. Man konnte nicht recht die Annäherung der zwei Parteien begreifen, die ſich ſo gehäſſig einander gegen⸗ überſtanden, wie es in dieſem Augenblick bei der pro⸗ teſtantiſchen und der katholiſchen Partei der Fall war. Man fragte ſich, wie der junge Prinz von Condé dem Herzog von Anjou, dem Bruder des Königs, den Tod feines in Jarnac von Montesquiou ermordeten Va⸗ ters vergeben könnte. Man fragte ſich, wie der junge Herzog von Guiſe Coligny den Tod ſeines in Orleans von Poltrot de Méré ermordeten Vaters vergeben könnte. Mehr noch: Johanna von Navarra, die mu⸗ thige Gemahlin des ſchwachen Anton von Bourbon, welche ihren Sohn Heinrich zu der königlichen Hoch⸗ zeit, die ſeiner harrte, geführt hatte, war vor zwei Monaten geſtorben und es hatten ſich ſeltſame Ge⸗

rüchte über dieſen plötzlichen Tod verbreitet. Ueberall

ſagte man ganz leiſe und an einigen Orten ganz laut, ſie hätte ein furchtbares Geheimniß entdeckt und Ca⸗ tharina von Medicis hätte dieſelbe, die Enthüllung vieſes Geheimniſſes befürchtend, mit wohlriechenden Handſchuhen vergiftet, welche von einem gewiſſen René, einem in ſolchen Dingen ſehr geſchickten Landsmanne von ihr, verfertigt worden wären. Dieſes Gerücht hatte ſich unt ſo mehr verhreitet und gekräftigt, als nach dem Tode der großen Königin auf die Bitte ihres Sohnes zwei Aerzte, worunter der berühmte Ambroiſe Pare, bevollmächtigt worden waren, den Leib zu öff⸗ nen und zu unterſuͤchen, nicht aber das Gehirn. Da man nun aber Johanna von Navarra durch den Ge⸗ ruch vergiftet hatte, ſo konnte nur das Gehirn, der einzige von der Section ausgeſchloſſene Theil des Kör⸗