I. Vus Jatein von Herrn von Guiſe.
Am Montag, dem achtzehnten Tage des Auguſts 1572 fand ein großes Feſt im Louvre ſtatt. Die gewöhnlich dunkeln Fenſter des alten königli⸗ chen Wohngebäudes waren hell erleuchtet; die in der Regel ſo einſamen benachbarten Straßen und Plätze waren, ſeitdem es in Saint⸗Germain⸗[Auxerrois neun Uhr geſchlagen hatte, gedrängt voll von Menſchen. Dieſer lärmende, drohende Volkszuſammenlauf glich in der Dunkelheit einem düſteren, bewegten Meere, deſſen Wellen ſich geräuſchvoll von einer Stelle zur andern drängen. Dieſes Meer ſchlug auf dem Quai ausge⸗ breitet, von wo es durch die Rue des Foſſés⸗Saint⸗ Germain und durch die Rue de Laſtruce ausmündete, mit ſeinem Strome den Fuß der Mauern des Louvre und mit ſeinem Gegenſtrome die des Hotel Bourbon. Es lag trotz des königlichen Feſtes und vielleicht ſogar gerade wegen des königlichen Feſtes etwas Be⸗ drohliches in dieſem Volke; denn es vermuthete nicht, daß die Feierlichkeit, der es als Zuſchauer beiwohnte, nur das Vorſpiel zu einem auf acht Tage verſchobenen Feſte ſein ſollte, bei welchem es eingeladen werden und ſich von ganzem Herzen ergötzen würde. Der Hof feierte die Hochzeit von Frau Marga⸗ rethe von Valois, der Lochter Heinrich Il. und der Schweſter von König Karl IXK., mit Heinrich von Vyur⸗ bon, König von Navarra. Der Cardinal von Bour⸗


