Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1844)
Entstehung
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Der Cardinal nahm den Brief und las ihn mit der größten Aufmerkſamkeit. Nachdem er damit zu Ende war, las er ihn noch einmal.

„Gut, Ew. Majeſtät,“ ſagte er.„Ihr ſeht, wohin meine Feinde zielen. Man bedroht Euch mit zwei Krie⸗ gen, wenn Ihr mich nicht entfernt. An Eurer Stelle, Sire, würde ich in der That bei ſo mächtigem Andringen nachgeben, und ich würde mich wahrhaft glücklich fühlen, mich von den Geſchäften zurückziehen zu dürfen.“

„Was ſagt Ihr da, Herzog?“

„Ich ſage, Sire, daß meine Geſundheit in dieſen Kämpfen zu Grunde geht; ich ſage, daß ich aller Wahr⸗ ſcheinlichkeit nach die Strapatzen der Belagerung von La Rochelle nicht aushalten kann, und daß Ihr beſſer Herrn von Condé oder Herrn von Baſſompierre oder irgend einen tapfern Mann, der ſeinem Stande nach zum Krieg⸗ führen beſtimmt iſt, hiezu ernennen würdet, und nicht mich, der ich ein Mann der Kirche bin, nicht mich, den man beſtändig von ſeinem Berufe abwendet, um mich zu Dingen zu gebrauchen, für welche ich keine Geſchicklichkeit beſitze. Ihr werdet glücklicher im Inneren und, ich zweifte nicht daran, auch größer im Aeußeren ſein.“

„Mein Herr Herzog,“ ſprach der König,„ich begreife, ſeid nur ruhig. Alle diejenigen, welche in dieſem Briefe genannt ſind, und die Königin ſelbſt, ſollen beſtraft wer⸗ den, wie ſie es verdienen.“

„Was ſagt Ihr, Sire? Gott behüte mich, daß die Koͤnigin meinetwegen die geringſte Unannehmlichkeit er⸗ fahre; ſie hat mich immer für ihren Feind gehalten, Sire, obgleich Eure Majeſtät bezeugen kann, daß ich ſtets ihre Partie, ſogar gegen Euch genommen habe. Oh! wenn ſie Eure Majeſtät in Beziehung auf vie Ehre verrathen würde; dann wäre es etwas Anderes und ich wäre der Erſte, der ſagen müßte: keine Gnade für die Schuldige! Zum Glücke iſt dem nicht ſo, und Eure Majeſtät hat einen neuen Be⸗ weis hiefür erlangt.“*