Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1844)
Entstehung
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238 „Das iſt wahr, Herr Cardinal,“ erwiederte der Rö⸗

nig,„und Ihr habt Recht, wie immer. Aber die Königin

verdient darum nicht minder meinen ganzen Zorn.“

„Ihr habt den Ihrigen auf Euch gezogen, Sire, und wenn ſie Euerer Majeſtät ernſtlich grollen würde, ſo könnte ich es wohl begreifen!. 3

„So werde ich ſtets meine Feinde und die Eurigen †. behandeln, Herzog, ſo hoch ſie geſtellt ſein mögen, und welche Gefahr ich auch bei ſtrenger Behanvlung derſelben laufen würde.“

„Die Königin iſt meine Feindin, aber nicht die Eu⸗ rige, Sire. Sie iſt im Gegentheil eine gehorſame und tadelloſe Gattin. Laßt mich alſo für ſie in das Mittel treten.“

„Sie demüthige ſich und komme mir zuerſt entgegen.“

„Im Gegentheil, Sire, gebt Ihr das Beiſpiel. Ihr habt zuerſt Unrecht gehabt, denn in Euch iſt der Verdacht gegen die Königin entſtanden.“ 3

„Ich den erſten Schritt thun?“ ſagte der König. „Nie!“ 3

„Sire, ich flehe Euch an.“

„Uebrigens, wie ſollte ich ihr zuerſt entgegen kommen?“

„Indem Ihr irgend eine Sache thun würdet, von der Ihr wüßtet, daß ſie ihr angenehm wäre.“

„Was?“

„Gebt einen Ball. Ihr wißt, wie gerne die Königin tanzt. Ich ſtehe dafür, daß ihr Groll bei einer ſolchen Aufmerkſamkeit nicht Stand halten wird.“ 4

„Mein Herr Cardinal, es iſt Euch bekannt, daß ich die weltlichen Freuden nicht liebe.“

„Die Königin wird Euch um ſo dankbarer ſein, als ſie Eure Antipathie gegen dieſes Vergnügen kennt. Ueber⸗ dieß wird es für ſie eine Gelegenheit bieten, die ſchönen Diamant⸗Reſtelſtifte zu tragen, die Ihr derſelben an ihrem Namenstage geſchenkt habt, ohne daß ſie ſich bis jetzt damit ſchmücken konnte.“

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