ſollen, ſie würde ſterben: einen Schritt rückwärts machend, ſtützte ſie ſich, um nicht zu fallen, mit der linken Hand auf einen Tiſch, der hinter ihr ſtand, zog mit der rechten. ein Papier aus ihrem Buſen hervor, und reichte es dem
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Siegelbewahrer.
„Nehmt, hier iſt der Brief!“ rief die Königin mit zitternder Stimme,„nehmt und befreit mich von Eurer gehäſſigen Gegenwart.“
Der Kanzler, der ebenfalls von einer leicht begreif⸗ lichen Aufregung zitterte, nahm den Brief, verbeugte ſich bis zur Erde und trat ab.
Kaum war die Thüre hinter ihm geſchloſſen, als die Königin halb ohnmächtig in die Arme ihrer Frauen ſank.
Der Kanzler trug den Brief zum Koͤnig, vhne ein einziges Wort zu leſen. Der König ergriff ihn mit zit⸗
ternder Hand, ſuchte die Adreſſe, welche fehlte, wurde ſehr bleich, oͤffnete ihn langſam und las den Inhalt ſehr raſch, als er bei den erſten Worten bemerkte, daß er an den
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König von Spanien gerichtet war. Es war ein förmlicher Angriffsplan gegen den Car⸗ dinal. Die Königin forderte ihren Bruder und den Kaiſer von Oeſterreich auf, ſich zu ſtellen, als würden ſie, verwundet durch die Politik Richelieu's, der ſich unabläſſig mit der 5 Erniedrigung des Hauſes Oeſterreich beſchäſtigte, Frankreich den Krieg erklären und ſodann als Friedensbedingung die g
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Entfernung des Cardinals fordern; aber von Liebe war d nicht mit einem Worte in dieſem Briefe die Rede.
Ganz freudig hierüber erkundigte ſich der König, ob K der Cardinal noch im Louvre wäre. Man ſagte ihm,. fe Seine Eminenz erwartete im Arbeitskabinet die Befehle ol Seiner Majeſtät. P
Der König begab ſich ſogleich zu ihm. E
„Hoͤrt, Herzog,“ ſprach er,„Ihr hattet Recht, und de ich hatte Unrecht. Die ganze Intrigue iſt politiſcher Na⸗ ſa tur, und die Liebe wird in dieſem Briefe nicht mit einer iſt
Sylbe berührt. Dagegen iſt ſehr viel von Euch die Rede.“


