Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Oft brach er Morgens in aller Frühe auf und jagte den ganzen Tag; es war für ihn eine wich⸗ tige Angelegenheit, ob eine Jagd gut oder ſchlecht ausfiel.

Eines Tags bekommt er Luſt zu jagen, und da das Wetter zweifelhaft ausſieht, ſo befragt er ſeinen Aſtrologen.

Dieſer antwortet, es werde ſchön werden.

Als Ludwig Xl in den Wald kommt, begegnet ihm ein Kohlenbrenner; dieſer erkennt ihn, ſchüt⸗ telt den Kopf und ſagt:

Die Jagd des Königs wird verregnet werden.

Der König hört die Prophezeiung, ſagt nichts, faßt aber den Mann ins Auge und läßt fragen, wie er heißt und wo er wohnt.

Nach zwei Stunden haben die Jäger ſich zer⸗ ſtreut und kehren ſammt und ſonders, den König nicht ausgenommen, bis auf die Haut durchnäßt, nach Hauſe zurück.

Man hole mir, ſagt Ludwig XI,den Kohlen⸗ brenner, der mehr weiß als mein Aſtrolog.

Der Kohlenbrenner kommt an; der König ſtellt

den Aſtrologen und den Bauer einander gegenüber. Mein Freund, ſagt er zu dem letzteren,wie kannſt Du mehr vom Wetter verſtehen als dieſer Herr da, der ſein ganzes Leben lang die Planeten ſtudirt hat? 5 Sire, antwortet der Kohlenbrenner,ich kann weder leſen noch ſchreiben; ich habe nie eine Schule beſucht und bin ein durchaus unwiſſender Menſch; aber ich habe eben ſo gut wie Euer Majeſtät einen Aſtrologen in meinem Dienſt.