205 voyen, die ſtets geneigt war gegen ihn zu fechten und dem Herzog von Burgund mit ihrer Mann⸗ ſchaft und ihrem Geld auszuhelfen. Er hatte alſo ſeine Schweſter verloren und Gott herzlich dafür gedankt. Er hatte die Oheime des kleinen Herzogs vertrieben und ſich als Vormund deſſelben erklärt, wie er ſich als Vormund der burgundiſchen Prin⸗ zeſſin aufgeworfen hatte; und mit demſelben Recht, womit er Peronne und St. Quentin beſetzt hatte, beſetzte er auch Montmeillan.
Damit dem theuren Kind kein Unglück wider⸗ fahren ſollte, ließ er es gleich dem Enkel Johanns von Aragonien bei ſich erziehen.
Nachdem der Herzog Adolf von Geldern getöd⸗ tet war, blieb noch ſein Sohn, der arme, ausge⸗ plünderte Junge, übrig: Ludwig XI war zu mo⸗ raliſch, um Nymwegen in den Händen Marias von Burgund— der Tochter des Räubers, zu laſſen. Nymwegen empörte ſich, vertrieb die Burgunder und übergab der Tante des Kindes die Regent⸗ ſchaft.
Nun war noch England da. Eduard war zwar erſt vierzig Jahre alt, konnte aber doch jeden Au⸗ genblick an einer Indigeſtion ſterben, denn er kam gar nicht von der Tafel weg. Dann blieb die Wittwe mit einem Regenten; und mit welchem Re⸗ genten! Mit Gloceſter, dem nachmaligen Richard III.
Wie war dieſer buckelige Unhold anders zu be⸗ kämpfen, als durch ein Bündniß mit dem König von Frankreich? Die Königin von England, die ſich bereits als Wittwe dachte, benahm ſich daher äußerſt rückſichtsvoll gegen Ludwig XI.


