Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

22

und gleichwohl berechnenden Geiſt Ludwigs Kl. Wir werden ihn in Peronne ſein Leben auf einen einzigen Wurf ſetzen ſehen.

Aber er ſagte ſich, daß Paris Frankreich ſei; er ahnte die künftige Bedeutung der Hauptſtadt; die moderne Centraliſation hatte ihm von ferne vor den Augen geſchwebt. In ſeinen Augen war der König von Paris König von Frankreich.

Deßhalb rüſtete und befeſtigte er Paris; auch behandelte er die Stadt mit ungemeiner Schonung. Er kannte die Pariſer, hatte er ihnen ja doch Aal⸗ paſteten aus Mantes kommen laſſen.

Er hatte Paris ſteuerfrei erklärt und hielt dieſe Verordnung feſt, ſo dringend auch ſeine Geldnoth ſein mochte.

Ein einziger Punkt, auf welchem der König entſchieden beharrte, war die Bewaffnung: zu Pferde zu ſteigen, oder Soldaten zu ſtellen, war das uner⸗ bittliche Geſetz, welchem ſich ſelbſt das Parlament, das Chatelet, die Rechnungskammer, das Steueramt und ſogar die Kirchen unterwerfen mußten.

Sodann befahl Ludwig Xl eine Muſterung.

Bei dieſer erſchienen achtzigtauſend Bewaffnete und fünfundſechzig Banner.

Der König ſchickte ihnen dreihundert Fäſſer Wein.

Man trank auf ſeine und der Königin Geſund⸗ heit; das wollte er, denn ſo lange er ſelbſt ſich wohl befand, ſollte, meinte er, Frankreich niemals bedeutend erkranken.

Warum hätten auch all dieſe guten Bürgers⸗ leute nicht auf die Geſundheit eines der Ihrigen trinken ſollen? War er denn wirklich ein König,