Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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als Vaſall des Herzogs betrachten mußte, wat nach Brügge gelommen, um der Vermählung ſeines Lehensherrn anzuwohnen.

Nun hatte der Graf von Saint⸗Pol inmitten all dieſes verſammelten Adels einen ſo königlichen Einzug gehalten, daß man ihn ſelbſt für den ein⸗ zigen und wahren Herrn der Stadt hätte halten können.

Sechs Trompeter zu Pferd eröffneten den Zug; ſodann kamen ſeine Bannerträger mit gezückten Schwertern, dann er ſelbſt, dann ſechs Pagen hinter ihm, und hinter den Pagen eine Menge von Edel⸗ leuten.

Die Folge davon war, daß der Herzog dem Connetable, als er Audienz begehrte, durch zwei Edelleute ſagen ließ, er werde ihn nicht empfangen.

Man hoffte, der Graf werde Entſchuldigungen vorbringen, allein er antwortete blos:

Nicht als Graf von Saint⸗Pol bin ich mit all dieſem Pomp erſchienen, ſondern als Connetable des Königs von Frankreich. Ich habe mich nach den Gebräuchen des Königreichs gehalten, und wäre der König in Paris, ſo würde ich dort eben ſo ein⸗

ziehen, wie ich geſtern hier eingezogen bin. Da nun Brügge unter der Oberhoheit Frankreichs ſteht, ſo habe ich blos von meinem Rechte Gebrauch ge⸗ macht. Ich werde warten, bis es dem Herzog be⸗ liebt, mich zu empfangen.

Der Graf wartete wirklich zwei Tage; aber als der Herzog am dritten immer noch nicht nach ihm ſchickte, reiste er wieder ab, wie er gekommen war, jedoch ohne Trompeter.