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Endlich hielt Margarethe von York ihren Einzug in der Stadt Brügge. Sie erſchien in einer Sänfte, die von engliſchen Bogenſchützen getragen wurde, und ließ ſich vor dem Palaſt von Burgund abſetzen, wo die verwittwete Herzogin Iſabella ſie empfing. Die beiden Damen umarmten ſich.
Dachten ſie wohl bei dieſer Umarmung daran, daß zwiſchen ihnen Beiden hundertfünfzig Jahre Bürgerkrieg lagen und Blut genug, um die Themſe von ihrer Quelle bis zu ihrer Mündung roth zu färben?
Der König von Frankreich hatte ſich bei dieſer Vermählung durch ſeinen Almoſenier la Balue ver⸗ treten laſſen; dieſer fand hier den päbſtlichen Le⸗ gaten, welcher für Lüttich Fürbitte einlegte.
Lüttich war gänzlich zu Grunde gerichtet und konnte die Termine ſeiner Strafe nicht bezahlen; um die letzte Zahlung zu leiſten, hatten die Lütti⸗ cher die Geſchmeide ihrer Frauen und ſogar ihre Trauringe verkaufen müſſen.
Der Herzog antwortete den Abgeſandten des Pabſtes:
„Lüttich muß bezahlen und wird bezahlen.“
Am Hochzeitabend gerieth das Bett der Neu⸗ vermählten in Brand.
War dieß eine Warnung, welche der Himmel dem Herzog wegen ſeiner Hartherzigkeit ertheilte?
Es wurden große Feſte gefeiert, unter andern ein Turnier, das man, ohne Zweifel in Erinnerung an die eherne Freitreppe von Lüttich, das Tur⸗ nier der goldenen Freitreppe nannte, und bei welchem der Baſtard von Burgund den Sieg


