Mann; ſie brachten alle unſere Fahnen zum Wei⸗ chen. Da ließ der Herzog die Bogenſchützen ſeines Treffens marſchiren, die von Philipp von Creve⸗ Coeur, einem verſtändigen Mann, und mehreren anderen tüchtigen Leuten geführt wurden, unter lautem Kriegsgeſchrei über die Lütticher herſielen und dieſelben im Nu in die Flucht ſchlugen.“
St. Trond capitulirte. Es wurde beſchloſſen, daß die Stadt zwanzigtauſend Gulden bezahlen und zehn Mann ausliefern ſollte.
Sie bezahlte die zwanzigtauſend Gulden und lieferte die zehn Mann aus, welche ſämmtlich ent⸗ hauptet wurden. 4
Darin lag eine ſchreckliche Warnung für Lüttich. 8 ſu 11. November lagerte der Herzog vor der Stadt.
Lüttich konnte ſich noch vertheidigen; nur mußte man, um dieß mit einigem Vortheil zu thun, einige Häuſer einreißen, die den gegen die Mauern heran⸗ rückenden Feind ſchützten. Aber unglücklicherweiſe gehörten dieſe Häuſer den Kirchen, und die Prieſter, welche wohl wußten, daß ſie von dem Herzog Nichts zu fürchten hatten, widerſetzten ſich einer Einreißung.
Es gab zwei Parteien in Lüttich; die eine wollte ſich auf's Aeußerſte vertheidigen, die andere ver⸗ langte, man ſolle ſich auf Gnade und Ungnade ergeben.
Letztere wählte dreihundert Deputirte und ſchickte ſie zu dem Herzog. 4
Nach der Behandlung, welche die Abgeſandten von St. Trond und Tongern erlitten hatten, war eine ſolche Sendung keineswegs beneidenswerth.


