Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Confiscationen von den Feinden der Verbannten aus⸗ gebeutet, und wenn dieſe endlich zurückkehrten, ſo be⸗ fanden ſie ſich Leuten gegenüber, die ihre Häuſer beſetzt hielten und ihre Güter bewirthſchafteten.

Daher endloſe Feindſchaften und bei Empörungen Repreſſalien und Metzeleien.

In Rom, ſagt Titus Livius, war der Schrecken nie ſo groß, als wenn es ſich um die Rückkehr der Verbannten handelte.

Aehnlich verhielt es ſich in Frankreich bei der Rückkehr der Emigrirten im Jahr 1814, und die Eigenthümer der Nationalgüter fühlten ſich erſt dann wahrhaft beruhigt, als der Beſchluß über die Ent⸗ ſchädigungsmilliarde gefaßt war.

Dieſe Rückkehr der Verbannten war alſo eine Sache, die eine ernſte Prüfung verdiente.

Karl legte ſie ſeinem Rath vor; man beſprach ſie einen ganzen Tag hin und her, ohne eine Antwort zu geben..

Die Zahl der Geächteten belief ſich auf nahezu Dreitauſend; ſie campirten auf einer Wieſe vor den Thoren der Stadt.

Am folgenden Tag erhielten die Begnadigten die Erlaubniß mit dem Herzog einzuziehen.

Denjenigen, welche nicht auf der Liſte der Am⸗ neſtirten ſtanden, wurde bedeutet, daß der Fürſt ihre Bitte in Erwägung ziehen werde.

Aber nun geſchah Etwas, was die Rathgeber Karls nicht vorhergeſehen hatten: der Einzug des neuen Herzogs fiel nämlich auf den St. Lievinstag.

Lievin war der Schutzheilige des Landes, der im