208
Männer, deren Namen wir ſchon mehrmals zu ver⸗ zeichnen Gelegenheit gehabt haben, geſtatteten alſo nicht, daß der neue Souverän ſeinen Einzug in ſeine gute Stadt hielt, ohne ſich zuvor über die Stimmung der Einwohner Gewißheit verſchafft zu haben.
Sie glaubten dieſen Zweck zu erreichen, wenn ſie die Deputirten befragten, welche die Stadt Gent ge⸗ ſchickt hatte, um den Herzog Karl zu beglückwünſchen.
Aber die Staatsmänner begingen ſchon damals denſelben Fehler, der ſeitdem ſo viele Politiker ins Verderben geſtürzt hat; d. h. ſie befragten die reiche Claſſe über die Stimmung des Volkes.
Da die Reichen ſelbſt zufrieden ſind, ſo glauben ſie immer, die Armen ſeien es auch.
Die Genter Deputirten waren unter den ange⸗ ſehenſten Bürgern ausgewählt worden und ſtanden bei den Burgunder Behörden in Gunſt; da ſie ſich ſelbſt auf dem Gipfel der ſocialen Leiter befanden, ſo wußten ſie nicht, was auf den unterſten Stufen vorging. Sie verſicherten alſo die Rathgeber des Herzogs, daß Karl ſeiner guten Stadt durch einen Beſuch ungeheure Freude machen würde.
Ganz beſonders aber baten dieſe guten Reichen, dieſe lieben Notabeln, daß man unter keinem Vor⸗ wand die ſogenannte Sammlungsſteuer abſchaffen möge, weil den Gentern ſonſt leicht der Kamm ſchwel⸗ len könnte.
Wie verhielt es ſich mit dieſer Sammlungsſteuer, die man ſich ja hüten ſollte abzuſchaffen?
Wir wollen es Euch erklären, liebe Leſer.
In Sicilien gab es einmal ein Jahr, wo ganze Schwärme von Heuſchrecken, auf den Flügeln des


