Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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denn das Gefecht von Montlhery war nichts als ein Scharmützel geweſen und endlich hatte er die Zerſtörung von Dinant organiſirt. Hier ließ er es allerdings an Nichts fehlen. Die Verwüſtung war durchaus vollſtändig, es gab Brand, Plünderung und Mord und die Todten konnten von ihren Galgen herab zuſehen, wie man die Lebenden erwürgte.

Vielleicht ſollte zu jener Zeit, wo die franzöſiſche Sprache noch in ihrer erſten Entwicklung war, Karl der Furchtbare auch nicht ſo viel bedeuten als Karl der Kühne, ſondern ſo viel als Karl der Grauſame.

Letztere Benennung hätte der neue Herzog voll⸗ kommen verdient.

Aber bevor er ſich ernſthaft mit dem König von Frankreich beſchäſtigen konnte, hatte er eine Art von Lehensherrnpflicht zu erfüllen, d. h. ſeinen Einzug in ſeine gute Stadt Gent zu halten.

In irgend einer Bibliothek in Flandern befindet ſich eine Geſchichte der hundertundzwanzig Empörun⸗ gen der ſehr getreuen Stadt Gent.

Die Stadt Gent war gut, wie ſie treu war.

Warum hätte ſie auch gut und treu ſein ſollen gegen Fürſten, die ſich ſtets grauſam und wortbrüchig gegen ſie erwieſen?

Der neue Herzog glaubte indeß bei den Gentern ſehr beliebt zu ſein.

Eines Tags, als er ſich vor ſeinem Vater dieſer Liebe rühmte, ſchüttelte der alte Philipp den Kopf und ſagte:

Die Genter lieben immer den Sohn ihres Lan⸗ desherrn, aber ihren Landesherrn niemals.

Die Rathgeber des jungen Herzogs, dieſe klugen