143 Paul Jones
gab mir noch vor ſeinem Tode den Vaterſegen. und ſo hoffe ich auch auf den Segen Gottes.“
„Ja, Gott vergiebt Dir!“ rief Paul.„Weine um Dei⸗ nen Vater, aber nicht über Dich ſelbſt! Du biſt gerettet!“
„Ach, Sie haben noch nicht alles gehört!“ rief Mar⸗ garethe.
„Sprich!“
„Als ich noch vor ihm auf den Knien lag und ſeine Hände küßte, hörten wir meine Mutter die Treppe heraufkommen. Darauf umarmte mich mein Vater zum letzten Mal und winkte mir zu flichen. Aber ich war ſo außer mir, daß ich die rechte Thür verfehlte und in ein Cabinet ohne Ausgang gerieth. Und darin mußte ich bleiben; denn eben trat meine Mutter mit einem Prie⸗ ſter in das Sterbezimmer. Sie war bleicher als der Sterbende ſelbſt..
„Ach mein Gott!“ murmelte Paul.
„Und ich, die Tochter, mußte die Beichte des Vaters hö⸗ ren! O, das war ſchrecklich! Ich fiel auf die Knie und ſchloß die Augen, um nichts zu ſehen, ich betete, um nichts zu hören, und dennoch, Paul, ſah und hörte ich was mir nie wieder aus dem Gedächtniſſe kommen wird! Ich ſah meinen Vater ſich mit fieber⸗ hafter Kraft im Bette auftichten und hörte ihn die Worte: Zwei⸗ kampf, Ehebruch und Meuchelmord ausſprechen; ich ſah meine Mutter todtenbleich werden, ich hörte ihre Stimme, womit ſie


