Druckschrift 
Paul Jones, der nordamerikanische Freibeuter : Roman / von Alexander Dumas
Entstehung
Einzelbild herunterladen

144⁴ Paul Jones

murmelte der Greis mit dumpfer Stimme;„ich hätte den Zwei⸗ kampf nicht zugeben, keinen Zeugen dabei abgeben ſollen! Dies belaſtet mein Gewiſſen und dies allein hatte ich einem Prieſter zu ſagen! Ach, es giebt Augenblicke, wo ich das einſame Duell als einen Meuchelmord betrachte! Alſo, mein Sohn, glaube ich nicht frei von Mitſchuld zu ſein!“

„O mein Vater!“ erwiederte Paul mit bewegter Stimme, „ſolche Fragen kann nicht der Verſtand, ſondern nur das Ge⸗ wiſſen entſcheiden. Mein Gewiſſen aber ſagt mir, daß ich gerade ſo gehandelt hätte wie Du. Täuſcht mich das Gewiſſen, ſo hat es auch Dich getäuſcht, und in dieſem Falle habe ich mehr Recht als der Prieſter Dich loszuſprechen: Ich vergebe Dir in meinem und meines Vaters Namen!“

„Ich danke Dir!“ rief der Greis die Hand des Jünglings drückend;„das ſind Worte, wie ſie ein Sterbender zur Ruhe ſei⸗ ner Seele bedarf! O mein Kind, nichts iſt ſchrecklicher als Ge⸗ wiſſensbiſſe! Dieſe machen uns zu Gottesleugnern, damit wir keinen Richter zu fürchten brauchen!“

„Auch ich, mein Vater,“ ſagte Paul in ſeinem ſchwer⸗ müthigen faſt poetiſchen Tone,„auch ich habe oft an Gott ge⸗ zweifelt. Stand ich doch ſo ganz verlaſſen in der Welt. Ich ſuchte meine Stütze in dem Herrn und ſpähte nach Beweiſen ſei⸗ ner Exiſtenz. Stand ich vor dem Bilde des gekreuzigten Erlöſers,

ſo ſehnte ſich mein Herz, ſein Blick möge ſich auf mich herab⸗