der nordamerikaniſche Freibeuter. 59
alte wortkarge Seemann mit dem gekrümmten Rücken und der rauhen Stimme, ſondern ein ſchöner Jüngling von 24— 25 Jahren, der in ſeiner natürlichen Geſtalt und einer nach ſeiner
Phantaſie gewählten Uniform auftrat, wie er ſie auf dem Meere
ſtets annahm, wenn er nur Gott und dem Sturme gegenüber ſtand.
Sein Oberkleid war ein langer ſchwarzſammetner Rock mit goldenen Schnüren, den ein türkiſcher Gürtel um den Leib zu⸗
ſammenhielt, worin ſchön gearbeitete mit eingelegten Zierathen
belegte Piſtolen ſtaken, die eher zum Zweikampf als zur Ver⸗ theidigung nach dem Entern beſtimmt zu ſein ſchienen. Ueber ſei⸗
nen faltigen Stiefeln trug er blaue Caſimirhoſen, um den Hals
ein locker gebundenes indiſches Tuch mit Blumen von naturge⸗ treuer Farbe und über ſeine ſonnenbraunen Wangen fielen raben⸗ ſchwarze ungepuderte Haare herab. Neben ihm auf der Kanone des Hinterdecks ſah man einen kleinen eiſernen Helm liegen, ſei⸗ nen einzigen Schmuck im Kampfe und ſeine einzige Schutzwaffe; mehrere tiefe Eindrücke im Eiſen lieferten übrigens den Beweis, daß dieſe Hauptbedeckung deren Beſitzer mehr als einmal gegen die furchtbaren Enterbeile geſchützt hatte, wie ſie die Seeleute führen, wenn ſich ein Kampf Bord an Bord entſpinnt. Die übrige Schiffsmannſchaft trug die elegante Uniform der franzöſiſchen Marine ſtreng nach der Vorſchrift.
Jetzt war das von der Wache vor etwa 30 Minuten ſigna⸗


