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Johanna, die Jungfrau von Orleans : historischer Roman / von Alexander Dumas. Dt. von Heinrich Bourdin
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Jungfrau von Orleans. 209

an die Thür kam, hörte ſie eine kläglich flehende Stimme. Es war die Lohſeleur's, welcher ſich den Händen der Wache zu entreißen ſuchte, denn er wollte den Karren beſteigen und Johanna's Verzeihung erflehen; da aber die Engländer ihr ſchändliches Proeeßverfahren verrathen und wohl gar einen Aufſtand zu Gunſten der Verurtheil⸗ ten ausbrechen zu ſehen fürchteten, ſo hielten ſie den Reuigen mit Gewalt zuruͤck. Kaum hatte ſich indeſſen der Karren in Bewegung geſetzt, ſo entſchlüpfte der Un⸗ glückſelige den Händen ſeiner Wächter und ſchrie hinter dem Karren her:Gnade, Barmherzigkeit, Johanna! Gott verleihe mir langes Leben, damit ich meine Sünden durch eine Buße ſühne, welche der Größe meines Ver⸗ brechens gleich iſt! Johanna wußte nicht was ſie davon denken ſollte, bis ihr Bruder Martin die Sache auseinanderſetzte. Sogleich ſtand ſie auf und rief:Bru⸗ der Lohſeleur, ich vergebe Euch! Bittet Gott für mich! Hierauf fiel der reuige Miſſethäter mit dem Antlitz zur Erde und wollte ſich von den Roſſen der Engländer zer⸗ ſtampfen laſſen. Die Engländer mußten ihn mit Gewalt auf die Seite ſchaffen, damit er die ohnehin bedenkliche Aufregung der Volksmenge nicht noch ſteigere.

Das Gedränge war ſo arg, daß der Zug vom Gefängniſſe bis auf den Altmarkt anderthalb Stunden

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