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Jungfrau von Orleans. 207
Gott!“—„Nur Muth, Johanna,“ ſagte der Beiſitzer, „faßt nur guten Muth!“—„Ach, ich würde mehr Muth haben, wenn man mir einen guten Prieſter gäbe, dem ich beichten könnte...“
Ueber dieſen letzten Wunſch der Jungfrau beriethen ſich die Richter und beſchloſſen ihr einen zu ſenden. Jo⸗ hanna dankte erfreut und bat um den Bruder Lohſe⸗ leur; da dieſer aber von Gewiſſensbiſſen gepeinigt ſchon ein paarmal in Johanna's Geſängniß hatte dringen wollen, um ihr alles zu bekennen und ihre Verzeihung zu erflehen, ſo antwortete man ihr, daß Lohſeleur ab⸗ gehalten ſei, ſandte ihr aber(ielleicht in einer Anwand⸗ lung von Furcht wegen der Verantwortlichkeit, die Jo⸗ hanna über ihr Haupt herabbeſchworen hatte) drei ihr freundlich geſinnte Männer, die ſich während der Ver⸗ handlungen öfter für ſie verwendet hatten; es waren: der Gerichtsdiener Maſſieu, der Beiſitzer La Pierre und
der Bruder Martin Ladvenu.
Sobald Johanna dieſe drei Männer erblickte, ſagte ſie zu ihnen:„Ihr wißt, daß meine Richter Erbarmen mit mir gehabt haben und mir zu beichten erlauben.“
„Sie thun noch mehr,“ antwortete Ladvenu näher tretend,„ſie erlauben, daß ich Euch das heilige Abend⸗
mahl Keiche.“


